Mutmaßliches Autorennen mit Todesfolge in Moers Ermittler suchen nach zwei Verdächtigen

In Moers starb eine Frau, weil sich zwei Fahrer offenbar ein Autorennen geliefert hatten. Die Ermittler haben bereits Hinweise auf die Verdächtigen - die Fahrzeughalter sind wohl unschuldig.

Das Auto der nach einem Autorennen verstorbenen unbeteiligten Frau
DPA

Das Auto der nach einem Autorennen verstorbenen unbeteiligten Frau


Die Staatsanwaltschaft Kleve ermittelt gegen zwei Verdächtige, die an einem Autorennen teilgenommen haben sollen. Eine unbeteiligte 43-Jährige wurde dabei gerammt und starb.

Mit Details zu den Verdächtigen halten sich die Ermittler bedeckt. "Wir haben Hinweise auf die Identität, aber wir haben sie noch nicht finden können. Wir suchen sie", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Montagabend sollen sich zwei Fahrer in PS-starken Autos auf einer schmalen Straße in Moers am Niederrhein ein illegales Autorennen geliefert haben. Einer der beiden soll nach Zeugenaussagen versucht haben, das andere Fahrzeug zu überholen.

Die 43-Jährige sei mit ihrem Kleinwagen von einer Seitenstraße eingebogen und auf der Kreuzung von einem der Wagen getroffen worden. Weitere Untersuchungen müssten zeigen, ob einer der beiden Raser wie von Zeugen beobachtet tatsächlich auf der Gegenfahrbahn fuhr, sagte der Sprecher.

Zunächst waren die Halter der Fahrzeuge festgenommen worden, sie kamen aber wieder frei. "Wir wissen inzwischen, dass die Halter sehr wahrscheinlich nicht die Fahrer waren", sagte der Sprecher.

Suche nach DNA-Spuren

Die beiden Fahrzeuge, die an dem Rennen beteiligt gewesen sein sollen, werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft untersucht, etwa auf DNA-Spuren. Einen Nachweis dazu, wer gefahren ist, erhoffen sich die Ermittler von der Technik des Unfallautos. Es werde versucht, zu rekonstruieren, welches Handy via Bluetooth eingeloggt war.

Das mutmaßliche Rennen in Moers erinnert an andere Fälle - etwa an die sogenannten Ku'damm-Raser in Berlin. Die beiden Männer waren im Februar 2016 mit überhöhter Geschwindigkeit über den Kurfürstendamm gefahren, ein unbeteiligter 69-Jähriger kam dabei ums Leben.

Das Berliner Landgericht verurteilte die Männer im März 2019 wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Fahrer den Tod des Rentners billigend in Kauf genommen hatten. Das erste Mordurteil gegen einen Raser war Wochen zuvor in Hamburg bestätigt worden.

jpz/dpa



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