Nordrhein-Westfalen Mutmaßliches Autorennen mit Todesfolge - zwei Verdächtige ermittelt

Bei einem mutmaßlichen Autorennen starb in Moers eine unbeteiligte Frau. Nun ermitteln die Behörden wegen Mordverdachts. Einen Tatverdächtigen hat die Polizei bereits vernommen, ein anderer wird gesucht.

Das Auto der nach einem Autorennen verstorbenen unbeteiligten Frau
DPA

Das Auto der nach einem Autorennen verstorbenen unbeteiligten Frau


Die Polizei hat nach einem mutmaßlichen Autorennen am Ostermontag in Moers, bei dem eine unbeteiligte Frau ums Leben kam, zwei Verdächtige ermittelt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kleve sagte, zwei Autofahrer stünden unter Verdacht.

Einer der beiden sei bereits vernommen worden, sagte Staatsanwalt Sebastian Noé. Er ließ offen, ob sich der Mann äußert. Nach dem zweiten werde gesucht: "Wir versuchen, seinen Aufenthaltsort zu ermitteln." Ob er sich einfach nur an einem unbekannten Ort aufhalte oder auf der Flucht sei, "das wissen wir nicht". Noé korrigierte vorherige Angaben der Behörde, wonach beide Tatverdächtigen flüchtig seien.

Zwei Raser sollen sich in PS-starken Autos auf einer nach Angaben der Staatsanwaltschaft "schmalen Straße" in Moers ein illegales Autorennen geliefert haben. Einer der beiden soll dabei laut Zeugenaussagen versucht haben, seinen Kontrahenten zu überholen und auf die Gegenspur gefahren sein, wo er mit dem Wagen der 43-Jährigen kollidierte. Die beiden Raser flüchteten vom Unfallort. Eine Mordkommission ermittelt in dem Fall.

Zunächst waren die Halter der Fahrzeuge festgenommen worden, sie kamen aber wieder frei. "Wir wissen inzwischen, dass die Halter sehr wahrscheinlich nicht die Fahrer waren", sagte der Sprecher.

Trauer am Unfallort

Am Wochenende gedachten mehr als 200 Menschen der tödlich verunglückten Frau. Die trauernden Menschen legten Blumen an der Unfallstelle nieder.

Das mutmaßliche Rennen in Moers erinnert an andere Fälle - etwa an die sogenannten Ku'damm-Raser in Berlin. Die beiden Männer waren im Februar 2016 mit überhöhter Geschwindigkeit über den Kurfürstendamm gefahren, ein unbeteiligter 69-Jähriger kam dabei ums Leben.

Das Berliner Landgericht verurteilte die Männer im März 2019 wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Fahrer den Tod des Rentners billigend in Kauf genommen hatten. Das erste Mordurteil gegen einen Raser war Wochen zuvor in Hamburg bestätigt worden.

wit/dpa

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