Tödlicher Unfall in Moers Tatverdächtiger hat keinen Führerschein

Ein 21-Jähriger soll sich mit einem Gleichaltrigen ein Autorennen geliefert haben. Er hatte offenbar keinen Führerschein, eine Frau kam dabei ums Leben. Nun wird auch gegen den Vater des Mannes ermittelt.

Mit Blumen und Kerzen wird dem 43-jährigen Opfer gedacht.
Marius Becker/dpa

Mit Blumen und Kerzen wird dem 43-jährigen Opfer gedacht.


Ein Verdächtiger im Fall des mutmaßlichen Autorennens in Moers, bei dem eine unbeteiligte Frau starb, hat Medienberichten zufolge keinen Führerschein. "Er ist nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis", sagte Staatsanwalt Sebastian Noé der "Rheinischen Post" . Der Unfallwagen sei auf den Vater des 21-Jährigen zugelassen, gegen den ebenfalls ermittelt werde. Auch der "Express" berichtete darüber.

Der Staatsanwaltschaft sagte demnach außerdem, dass der verdächtige junge Mann zuvor bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten sei. Weitere Angaben zu den Delikten machte er nicht.

Der 21-Jährige hatte sich um 15.15 Uhr nach einer Öffentlichkeitsfahndung in Duisburg gestellt. Er kam in Begleitung seines Anwalts in das Kriminalkommissariat 11, wie die Polizei mitteilte.

Zusammenstoß bei Überholmanöver

Der junge Mann ist verdächtig, am Abend des Ostermontags bei einem illegalen Rennen einen tödlichen Unfall verursacht zu haben. Eine 43 Jahre alte Frau wurde dabei so schwer verletzt, dass sie drei Tage später starb. Der 21-Jährige steht unter Mordverdacht. Sein Haftbefehl soll ihm laut Polizei am Mittwoch verkündet werden.

Der Unfall geschah auf einer zweispurigen Straße in einem Wohngebiet von Moers am Niederrhein. Der 21-Jährige soll sich dort das Rennen mit einem Gleichaltrigen geliefert haben. Bei einem Überholmanöver stieß eines der beiden Autos mit dem Kleinwagen der 43-Jährigen zusammen, die an einer Kreuzung gerade in die Straße einbog. Am Steuer soll der Mann gesessen haben, der sich nun stellte. Humpelnd soll er zu Fuß geflüchtet sein. Der andere Fahrer fuhr mit seinem Wagen davon.

Fahrer kannten sich offenbar nicht

Er sei ermittelt und vernommen worden, hieß es von den Ermittlern. Der Mann habe zur Sache aber keine Angaben gemacht, sagte Noé.

Ob gegen den Mann ein Haftbefehl beantragt werde, hänge vom Ergebnis der weiteren Ermittlungen ab. Bei ihm gehe der Tatvorwurf wohl in Richtung des neuen Paragrafen 315d im Strafgesetzbuch, mit dem Teilnehmer eines illegalen Autorennens seit Oktober 2017 härter bestraft werden können, hatte Noé am Montag gesagt. Wird durch ein "verbotenes Kraftfahrzeugrennen" der Tod eines anderen Menschen verursacht, können seither bis zu zehn Jahre Haft verhängt werden.

Die Staatsanwaltschaft hat laut Noé derzeit keine Erkenntnisse, dass sich die beiden Fahrer vor dem Rennen kannten. Zur Frage, ob noch weitere Personen in den beiden beteiligten Autos saßen, machte der Staatsanwalt keine Angaben.

bbr/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.