Vermutlich Drogenschmuggel Behörden rufen nach Todesfall durch Ecstasy in Champagnerflasche zu Vorsicht auf

Es gab bereits einen Toten und mehrere Verletzte, nachdem Restaurantgäste vermeintlich Champagner der Marke »Moët & Chandon« getrunken hatten. Möglicherweise sind noch weitere Flaschen mit der Droge MDMA im Umlauf.
Lokal in Weiden in der Oberpfalz, in dem sich Gäste vergiftet hatten (am 13. Februar)

Lokal in Weiden in der Oberpfalz, in dem sich Gäste vergiftet hatten (am 13. Februar)

Foto: Armin Weigel / dpa

Nach dem Todesfall wegen flüssigem Ecstasy in einer Champagnerflasche in Weiden in der Oberpfalz rufen die Behörden in Deutschland und den Niederlanden zu besonderer Vorsicht auf. Das Berühren oder das Trinken des Inhalts der betroffenen Flaschen sei »lebensbedrohlich«, warnte am Samstag das Portal lebensmittelwarnung.de . Die mit der auch als MDMA bekannten Droge gefüllten Flaschen seien von außen nicht von mit Champagner gefüllten Flaschen zu unterscheiden. Beim Gießen gebe es jedoch einen deutlichen Unterschied.

Betroffen sind laut der niederländischen Behörde für Lebensmittel- und Verbraucherproduktsicherheit (NVWA), auf die sich am Samstag auch die zuständigen Behörden in Bayern, Sachsen und Schleswig-Holstein bezogen, Champagnerflaschen der Marke »Moët & Chandon Ice Impérial« in Drei-Liter-Größe mit dem Code LAJ7QAB6780004 auf dem Etikett auf der Rückseite.

Hier sollten Verbraucherinnen und Verbraucher besondere Vorsicht walten lassen und darauf achten, ob der Inhalt – anders als Champagner – nicht sprudelt, eine rötlich braune Farbe, die sich mit der Zeit verdunkelt, oder einen Anisgeruch hat. In diesem Fall sollten Verbraucher unbedingt Flaschen und Gläser unberührt lassen. Selbst das Eintauchen einer Fingerspitze in die Flüssigkeit und das Schmecken auch ohne Schlucken könnten zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Die Einnahme eines kleinen Schlucks könne tödlich sein.

In Weiden waren vor zwei Wochen ein Mann gestorben und sieben weitere Menschen verletzt worden, nachdem sie aus einer Champagnerflasche getrunken hatten. Chemische Untersuchungen ergaben später, dass die Flasche hoch konzentriertes Ecstasy enthielt.

Der Champagner-Hersteller Moët & Chandon selbst geht von einem Fall von Drogenschmuggel aus. Es habe sich nicht »um ein Qualitätsproblem, sondern um einen Kriminalfall« gehandelt, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Nach Angaben von Moët & Chandon wurden vier weitere Vergiftungen dieser Art in den Niederlanden festgestellt. Dort sei wie auch in Weiden eine Drei-Liter-Flasche Ice Impérial von Moët & Chandon mit Flüssigdrogen gefüllt gewesen. In beiden Fällen hätten die Käufer laut lebensmittelwarnung.de die fraglichen Flaschen über eine bisher unbekannte Website erworben.

jso/AFP