Montreal Amokläufer tötete sich selbst

Erst feuerte er wild um sich, brachte eine Frau um und verletzte 19 weitere Menschen. Dann hat der Amokläufer von Montreal - entgegen früherer Angaben - die Waffe gegen sich selbst gerichtet.


Montreal - Noch gestern hieß es, ein Beamter habe den 25-Jährigen erschossen. Tatsächlich aber ist der junge Mann während eines Schusswechsels mit der Polizei nur am Arm verletzt worden, so die Ermittler jetzt. Im Anschluss daran habe er sich sein Gewehr an den Kopf gesetzt und selbst getötet. Das habe die vorläufige Autopsie ergeben. Damit bestätigt die Polizei Fernsehberichte, die bereits kurz nach dem Amoklauf den Selbstmord des Täters gemeldet hatten.

Der mit einem schwarzen Trenchcoat bekleidete Täter war am Mittwoch zur Mittagszeit in das Dawson College in Montreal gestürmt. Dabei schoss er wahllos um sich. Eine Frau kam ums Leben, 19 weitere Schülerinnen und Schüler wurden verletzt. Vier seiner Opfer schweben noch immer in Lebensgefahr.

Waffen und Gewalt hätten den Täter fasziniert, berichtet die Zeitung "Globe and Mail". Auf seiner Webseite waren mehr als 50 Fotos zu sehen, auf denen er mit verschiedenen Pistolen und Messern posiert. In einem Internet-Tagebuch schrieb er, dass die meisten Menschen "wertlos" seien. "Das Leben ist wie ein Videospiel, irgendwann muss man sterben", wurde er zitiert.

In einem Weblog bekundete der Einzelgänger, der bei seiner Mutter wohnte, dass er im Kugelhagel sterben wolle. Zugleich bekundete er großes Interesse am Massaker von Columbine. Bei diesem töteten 1999 zwei Schüler, die ebenfalls Trenchcoats trugen, 13 Menschen und sich selbst.

aki/AP/AFP/AP



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