Mord an Lehrerin Schüler muss achteinhalb Jahre in Haft

Im neu aufgerollten Prozess um die Tötung einer Lehrerin in Ahrensburg hat das Lübecker Landgericht eine hohe Haftstrafe gegen den Ex-Schüler des Opfers verhängt. Mit seinem Bruder habe der 19-Jährige geplant, die Pädagogin zu töten, und dies auch umgesetzt - aus Rache für schlechte Noten.


Lübeck - Das Gericht verurteilte den jungen Mann heute zu einer Jugendstrafe von acht Jahren und sechs Monaten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte die Tat im Januar 2005 gemeinsam mit seinem älteren Bruder geplant und ausgeführt hatte, um sich für schlechte Schulnoten zu rächen.

Die Vorsitzende Richterin sprach von einer verachtenswerten Tat und niederen Beweggründen. Staatsanwalt Marcel Ernst sagte, es sei wichtig gewesen zu bestätigen, dass es keine spontane Tat war. Die Verteidigung will nach eigenen Angaben auf jeden Fall Revision einlegen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hatte im Juni entschieden, dass der Prozess teilweise neu aufgerollt werden muss. In der Neuverhandlung musste das Gericht nun prüfen, ob der junge Mann sich des versuchten Totschlags durch Unterlassen strafbar gemacht hat, weil er bei der Tat nicht gegen seinen Bruder eingeschritten war.

Die Jugendkammer des Landgerichts hatte die zwei Brüder im Oktober vergangenen Jahres zu unterschiedlich hohen Haftstrafen verurteilt. Der jüngere Angeklagte war wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Der ältere, heute 22 Jahre alte Bruder wurde wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von acht Jahren und neun Monaten verurteilt.

ffr/ddp



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