Mordfall Peggy Gericht beendet Beweisaufnahme vorzeitig

Im Wiederaufnahmeverfahren gegen den geistig Behinderten Ulvi K. wegen Mordes an der kleinen Peggy aus Oberfranken will das Landgericht Bayreuth die Beweisaufnahme vorzeitig beenden. Grund ist die Neubewertung eines psychiatrischen Gutachtens.

Ulvi K. (M) mit seiner Betreuerin im Landgericht Bayreuth
DPA

Ulvi K. (M) mit seiner Betreuerin im Landgericht Bayreuth


Bayreuth - "Bis zum heutigen Tag ist kein einziger Sachbeweis für das damalige Geständnis von Ulvi K. gefunden worden", begründete der Vorsitzende Richter Michael Eckstein die Entscheidung des Landgerichts Bayreuth, die Beweisaufnahme im Mordfall Peggy vorzeitig zu beenden.

Der psychiatrische Sachverständige Hans-Ludwig Kröber - dessen Aussage 2004 dazu geführt hatte, dass der Angeklagte Ulvi K. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes verurteilt wurde - hatte gestern erklärt, es sei nicht mehr auszuschließen, dass der Angeklagte ein falsches Geständnis abgegeben habe.

Peggy war am 7. Mai 2001 nicht nach Hause gekommen, eine Leiche der Schülerin wurde nie gefunden. 14 Monate nach ihrem Verschwinden hatte Ulvi K. in Abwesenheit seines Anwalts gestanden, das Mädchen auf einem einsamen Weg nahe der Lichtenberger Schlossmauer erstickt zu haben. Der Fall muss neu aufgerollt werden, weil es Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieses Geständnisses gibt.

Jetzt sollen noch Peggys Mutter und zwei Nachbarn gehört werden.

ala/dpa

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