Mord an Schüler Polizei jagt den Internatskiller

Der Mord an einem 16-jährigen Schüler eines Internates bei Ulm gibt der Polizei Rätsel auf. Ein Mitbewohner hatte den blutüberströmten Jungen vor der Haustür der Wohnanlage entdeckt. Die Fahnder prüfen nun Spuren ins Drogenmilieu.


Schelklingen - Bislang stehen die Ermittler vor einem Rätsel, eine heiße Spur im Fall des erstochenen Jugendlichen gibt es nicht. Hinweise auf Täter oder Tatwaffe fehlten, sagte ein Polizeisprecher heute. Im Laufe des Tages sollen weitere Zeugen befragt sowie die Spuren ausgewertet werden. Die Polizei schließt Verbindungen ins Drogenmilieu nicht aus.

Tatort Internat: Mord an Schüler stellt Ermittler vor Rätsel
DPA

Tatort Internat: Mord an Schüler stellt Ermittler vor Rätsel

Bei dem Opfer handelt es sich um einen Schüler der Urspringschule, einem evangelischen Landeserziehungsheim mit Gymnasium und Internat in Schelklingen bei Ulm. Der Junge ging dort in die 10. Klasse und lebte in einer Wohngruppe. Dem Obduktionsergebnis zufolge wurde er mit mehreren Messerstichen in den Oberkörper umgebracht. Ein alarmierter Notarzt konnte nur noch den Tod des Jugendlichen feststellen. Der Mitbewohner, der ihn vor der Tür fand, war durch Lärm aufgeschreckt worden. Das Opfer hatte sich offenbar heftig gegen den Angriff zur Wehr gesetzt. An den Händen wurden Abwehrverletzungen festgestellt.

Das Opfer hatte mit seinen Mitschülern in einer alten Mühle gewohnt, die etwa 300 Meter vom Internatsgebäude entfernt ist. In der Wohnung hielten sich in der Nacht zu gestern nach Angaben der Ermittler 14 Menschen auf, darunter die Bewohner sowie ein Erzieher mit seiner Familie.

Die Kripo hat eine Sonderkommission eingerichtet. Zunächst sind rund 50 Beamte im Einsatz, die unter anderem die Bewohner des Internats vernehmen. Die Umgebung wurde mit Hilfe von Polizeihunden und einem Hubschrauber abgesucht - bislang ohne Ergebnis.

ffr/dpa/ddp



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