Mord an schwangerer 19-Jähriger Mutmaßliche Täter planten Überfall "detailliert"
Tatort an der Bärenlauchstraße in Berlin-Adlershof: Blumen für die getötete Maria P.
Foto: Paul Zinken/ dpaBerlin - Im Fall der getöteten Hochschwangeren in Berlin gehen die Ermittler von einer "detailliert geplanten Tat" aus. Das sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, SPIEGEL ONLINE.
Die Polizei hatte am Samstagabend zwei 19-jährige Männer festgenommen, die "unter dringendem Tatverdacht stehen", sagte Steltner. Es handelt sich dabei um P.s Ex-Freund und mutmaßlichen Kindsvater Eren T. sowie dessen Kumpel. Beide sitzen in der JVA Plötzensee in Untersuchungshaft.
Die Männer werden verdächtigt, die 19-Jährige in einem Waldstück im Berliner Stadtteil Adlershof überfallen und ihr ein Messer in den Bauch gerammt zu haben. Dann sollen sie die junge Frau mit Benzin übergossen und angezündet haben. Ihnen wird gemeinschaftlicher Mord und gemeinschaftlicher Schwangerschaftsabbruch vorgeworfen.
Nur wenige Details sind bislang über die Hintergründe bekannt. Eren T. habe das Baby nicht gewollt, sagt Staatsanwalt Steltner. Auch seine Familie habe das Kind abgelehnt. Es werde noch geprüft, ob weitere Personen an der Tat beteiligt waren - es gebe bislang jedoch keine Hinweise hierauf.
Eren T. schweigt zu den Vorwürfen. Bislang war er nicht polizeilich aufgefallen. Er soll lediglich eingeräumt haben, dass er der Vater des Ungeborenen ist. Die Ermittlungen laufen laut Steltner auf Hochtouren. Momentan warte man auf das Ergebnis eines Vaterschaftstests.
Sein Kompagnon, der ebenfalls 19 Jahre alte Daniel M., legte ein Teilgeständnis ab. Die Staatsanwaltschaft rätselt, was ihn zu der Tat angetrieben haben könnte. Er sei wegen mehrerer kleinerer Diebstahldelikte polizeibekannt, so Steltner. Die Verfahren wurden jedoch alle eingestellt.