Mord beim Fesselsex 34-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt

Ein 34-Jähriger gab vor, seine Freundin für Sexspiele zu fesseln - stattdessen erwürgte er sie, stach mehrfach auf die Frau ein und plünderte anschließend ihr Konto. Wegen Mordes ist der Mann nun zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger im Landgericht Trier: Heimtücke und Habgier
dapd

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger im Landgericht Trier: Heimtücke und Habgier


Trier - Ein 34-Jähriger Mann hat vor Gericht gestanden, seine Freundin getötet zu haben. Er habe in Trance gehandelt, weil er zuvor Kräuterdrogen konsumiert habe, sagte er. Er könne sich an nichts mehr erinnern. Das sah die Vorsitzende Richterin am Landgericht Trier jedoch anders - und verurteilte den Mann nun wegen Mordes zu lebenslanger Haft.

Nach Auffassung von Richterin Petra Schmitz hat der arbeitslose Koch seine 27 Jahre alte Lebensgefährtin im Januar im rheinland-pfälzischen Kinderbeuern heimtückisch und aus Habgier getötet. Nach der Tat ging er mehrmals zum Geldautomaten und hob insgesamt gut 3000 Euro vom Konto der Altenpflegerin aus dem sächsischen Görlitz ab - um damit seine Drogensucht zu finanzieren.

Die Frau sei völlig wehr- und arglos gewesen, als der 34-Jährige sie mit Handschellen ans Bett gefesselt und ihr plötzlich mit beiden Händen den Hals zugedrückt habe, sagte Schmitz. Weil das Fesseln ans Bett bei dem Paar eine übliche Praxis gewesen sei, seien bei der Toten keine Abwehrspuren gefunden worden. Schließlich strangulierte der Mann die Frau mit einem Kabel und stach zweimal mit einem Messer zu. Direkt nach der Tat ging er zum Geldautomaten.

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf eine Verurteilung wegen Totschlags plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

aar/dpa/dapd



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