Mohammed-Karikaturen Mann wegen Morddrohung gegen "Hebdo"-Chef festgenommen

In La Rochelle ist ein Mann festgenommen worden, der zum Mord am "Charlie Hebdo"-Chef aufgerufen hatte. Er forderte auf einer Islamisten-Website, den Chef des Satire-Blatts wegen der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen zu köpfen.

Paris - Die französische Polizei hat einen Mann festgenommen, der zur Ermordung des Chefs von "Charlie Hebdo" aufgerufen haben soll. Wie am Samstag aus Justizkreisen in Paris verlautete, hatte der Mann auf einer Islamisten-Website dazu aufgefordert, den Leiter der Zeitung wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen zu köpfen. Der Verdächtige sei am Samstagmorgen in der westfranzösischen Stadt La Rochelle festgenommen worden und befinde sich nun in Polizeigewahrsam.

Der Mann soll auf der Website als Reaktion auf die von "Charlie Hebdo" am Mittwoch veröffentlichten Mohammed-Karikaturen geschrieben haben: "Wer bringt mir diesen Kopf, das bringt das Fass zum Überlaufen." Er soll dabei auch dazu aufgerufen haben, den Chef des Satire-Blatts zu überwachen und ihn zu köpfen.

Die Veröffentlichung der Karikaturen durch "Charlie Hebdo" war in der muslimischen Welt auf Empörung gestoßen. Aus Angst vor gewaltsamen Protesten hatte die Regierung in Paris daraufhin verstärkte Sicherheitsvorkehrungen für französische Einrichtungen angeordnet. Botschaften, Konsulate, französische Schulen und Kulturzentren in rund 20 muslimischen Ländern blieben am Freitag ganz geschlossen.

Seit Tagen schon protestieren Muslime weltweit gegen die von "Charlie Hebdo" veröffentlichten Karikaturen - und gegen ein Mohammed-Schmähvideo aus den USA. In Pakistan kam es am Freitag zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Islamisten und Polizeikräften, zwei Menschen kamen dabei ums Leben.

Bereits in der vergangenen Woche hatte es blutige Auseinandersetzungen gegeben, zahlreiche Botschaften westlicher Nationen waren von aufgebrachten Eiferern gestürmt worden. Die französische Regierung hatte aus Angst Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen kurzerhand verboten.

mhe/afp
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