Mordfall Terre Blanche Schwarzer Angeklagter wirft weißem Rassisten Sex-Attacke vor

Wendung im Mordfall Terre Blanche? Der Anwalt eines der beiden angeklagten Schwarzen behauptet, der südafrikanische Rassist solle die zwei Männer sexuell bedrängt haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurde der 69-Jährige mit heruntergelassener Hose gefunden, sie prüft die Hinweise.
Eugen Terre Blanche: Der südafrikanische Rassist wurde Ostersamstag ermordet

Eugen Terre Blanche: Der südafrikanische Rassist wurde Ostersamstag ermordet

Foto: Johann Hattingh/ dpa

Eugene Terre Blanche

Johannesburg - Der getötete Rechtsextremist in Südafrika wollte nach Angaben eines Anwalts Sex mit einem der schwarzen Farmarbeiter haben, die ihn mutmaßlich ermordet haben. Es habe laut seinem Mandanten eine Art homosexueller Handlung gegeben, sagte Puna Moroko der "Sunday Times". Dies habe den Mord an dem 69-Jährigen ausgelöst und werde "einer der Bestandteile der Verteidigung" sein.

Moroko vertritt den älteren der beiden schwarzen Angeklagten. Demnach soll Terre Blanche den beiden Männern, zwei schwarzen Angestellten seiner Farm, Alkohol aufgedrängt und versucht haben, "mit einem oder beiden" Sex zu haben.

Die Polizei ermittelt ebenfalls wegen der Hinweise. Es könne da einen Zusammenhang mit Terre Blanches Ermordung geben, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Untersuchung des Falles gehe in alle Richtungen, "wir fokussieren uns nicht auf eine Sache". Die Kleidung der Verdächtigen werde entsprechend untersucht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde Terre Blanche mit heruntergelassener Hose gefunden.

Der Anwalt des jüngeren mutmaßlichen Täters wollte sich zu Details nicht äußern. Er sagte der "Sunday Times" jedoch, am Tag des Mordes habe sich "etwas Schockierendes" ereignet. Sein Mandant habe "alle nötigen Tests" gemacht, um dies vor Gericht zu beweisen, sagte Zola Majavu. Die beiden Angeklagten müssen ab Mittwoch zu einer Voranhörung vor einem Gericht in Ventersdorp erscheinen.

Bisher hatte es geheißen, Terre Blanche sei wegen eines Streits über ausstehende Löhne umgebracht worden. Der Mord an dem Rechtextremistenführer am Ostersamstag hatte in Südafrika Sorgen vor neuen Spannungen zwischen der schwarzen und weißen Bevölkerung ausgelöst. In zwei Monaten beginnt die Fußballweltmeisterschaft in dem Land.

Terre Blanche galt als Verfechter der Apartheid. Nach seinem Tod waren Tausende Anhänger der von ihm gegründeten radikalen Burenpartei Afrikaner Weerstandsbewegung (AWB) durch Südafrika gezogen und hatten die Hymne des vor 16 Jahren abgeschafften Apartheidregimes gesungen. Die AWB ging Anfang der neunziger Jahre militant gegen die Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in Südafrika vor.

hen/Reuters/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.