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Mordfall Lübcke Wie glaubhaft ist die Geschichte vom zweiten Mann?

Der Hauptverdächtige im Mordfall Walter Lübcke hat eine neue Version der Tatnacht präsentiert, nach der ein anderer geschossen haben soll. Überzeugend entlastet hat er sich damit nicht.
aus DER SPIEGEL 3/2020
Lübcke-Haus in Hessen: "Auf dem Schirm"

Lübcke-Haus in Hessen: "Auf dem Schirm"

Foto: RALPH ORLOWSKI / REUTERS

Eine Stunde vor Mitternacht, so erzählte es Stephan Ernst der Polizei, lauerte er auf der Pferdekoppel. Etwa 20 Minuten wartete er im Dunkeln, dann schlich er zum Haus von Walter Lübcke, der auf seiner Terrasse saß und in sein Smartphone vertieft war.

Es sei nicht das erste Mal gewesen, schilderte Ernst den Ermittlern, dass er voller Hass mit dem Auto nach Wolfhagen-Istha gefahren sei, wo der CDU-Regierungspräsident wohnte. Schon einmal habe er im Blumenbeet gekauert, mit der Waffe in der Hand, sich dann aber wieder verzogen.

Am Abend des 1. Juni 2019 aber schritt Ernst dann zur Tat. Mit seinem schussbereiten schwarzen Revolver, Kaliber .38, ging er angeblich auf Lübcke zu und zielte auf dessen Kopf. Sein Opfer wollte sich gerade zu Ernst drehen, als ihn die Kugel traf. Als der Schuss durch die Nacht hallte, lief auf der nahen Dorfkirmes Musik.

Diese Version des Mordes am CDU-Politiker Walter Lübcke hatte der mutmaßliche Täter Stephan Ernst bei seinem ersten Geständnis im vergangenen Juni präsentiert, bis ins Detail. Ernst führte den Polizisten, die seine Vernehmung auf Video aufnahmen, szenisch vor, wie er den Schuss abgab, mit den Fingern formte er die Waffe nach. Doch heute soll nichts davon mehr gelten. Einige Tage nach der Vernehmung und dem Wechsel seines Strafverteidigers widerrief der Rechtsextremist das Geständnis.

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