Mordprozess Ex-Chauffeur belastet Spector schwer

Es wird eng für den wegen Mordes angeklagten US-Musikproduzenten Phil Spector. Sein einstiger Chauffeur schilderte vor Gericht, wie Spector ihm blutverschmiert die Tat gestanden habe. Der 67-Jährige soll die Schauspielerin Lana Clarkson mit einem Schuss in den Mund getötet haben.


Los Angeles - Spectors ehemaliger Chauffeur Adriano DeSouza schilderte gestern vor Gericht im kalifornischen Los Angeles detailliert, wie sein Chef ihm die Erschießung der Schauspielerin Lana Clarkson gestand. Der Musikproduzent sei am 3. Februar 2003 mit einer Waffe in der blutigen Hand aus seiner Villa gekommen und habe zu ihm gesagt: "Ich glaube, ich habe jemanden umgebracht." Zuvor habe er einen lauten Knall gehört, sagte DeSouza vor den Geschworenen. Spector bestreitet die Vorwürfe.

Die Anklage wirft dem als exzentrisch geltenden Spector vor, die Schauspielerin in seinem Haus durch einen Schuss in den Mund umgebracht zu haben. Auf die Fragen von Staatsanwalt Alan Jackson schilderte der Chauffeur vor Gericht die Ereignisse des Tatabends aus seiner Sicht. Er habe in einem Mercedes an der Einfahrt zu Spectors Villa gewartet, sagte DeSouza. Nachdem er den Knall gehört habe, sei er ausgestiegen und habe vergeblich nach dem Ursprung des Geräusches gesucht. Kurz darauf sei Spector erschienen. Er selbst habe mit einem Blick durch die Eingangstür Clarksons Beine gesehen. Die Schauspielerin habe im Flur gelegen.

Spectors Verteidiger, der prominente New Yorker Anwalt Bruce Cutler, hatte im Vorfeld die Aussage des aus Brasilien stammenden Chauffeurs als unglaubwürdig kritisiert. Diese konzentriere sich auf wenige "Worte, die angeblich zu jemandem gesagt wurden, der gerade ein Schläfchen hielt". Spector bestreitet die Vorwürfe und gibt an, Clarkson habe sich versehentlich selbst erschossen. Allerdings wurde er in dem seit drei Wochen laufenden Prozess auch durch die Aussagen von vier Frauen belastet. Diese warfen ihm vor, sie mit Waffen bedroht zu haben.

Spector gilt als einer der einflussreichsten Produzenten im Bereich der Rock- und Popmusik. Unter seinem Label feierten beispielsweise Girl Groups wie The Ronettes und The Crystals riesige Erfolge. Anfang der siebziger Jahre produzierte er die letzte Beatles-LP "Let it be" und die ersten Solo-Alben der Ex-Beatles John Lennon ("Imagine") und George Harrison ("All Things Must Pass").

ffr/AFP



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