Mordprozess gegen Amanda Knox Verteidigung plädiert auf Freispruch

"Ich habe nicht getötet": Im Prozess um den an Mord Meredith Kercher hat sich Amanda Knox per E-Mail an das Gericht gewandt. Ihre Anwälte forderten einen Freispruch für die Angeklagte.

Angeklagte Amanda Knox: "Meredith war meine Freundin"
REUTERS

Angeklagte Amanda Knox: "Meredith war meine Freundin"


Florenz - In einer E-Mail an das Gericht hat die Angeklagte Amanda Knox im erneuten Mordprozess gegen sie ihre Unschuld beteuert. "Ich habe nicht getötet", heißt es in dem Text, der vor dem Berufungsgericht in Florenz vorgelesen wurde. "Ich bin nicht anwesend, weil ich Angst habe", schreibt Knox, die nicht an dem Verfahren teilnimmt. "Ich habe Angst, dass die Heftigkeit der Anklage Sie beeindruckt, dass ihre Augenwischerei Sie blind macht."

Ihre Anwälte forderten in ihrem Plädoyer einen Freispruch für Knox. "Für uns ist ein gerechtes Urteil ein Freispruch für Amanda Knox", sagte Verteidiger Luciano Ghirga. Sein Kollege Carlo Dalla Vedova betonte, die Anklage habe ständig wechselnde Motive für den Mord angegeben und sei daher unglaubwürdig.

Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen von 30 und 26 Jahren für die 26-jährige Amerikanerin Knox und den drei Jahre älteren Raffaele Sollecito gefordert. Die Opfer-Anwälte hatten sich dem in ihrem Plädoyer angeschlossen.

Der dritte Prozess um den Mord soll im Januar mit den Plädoyers von Sollecitos Anwälten fortgesetzt werden. Den beiden Angeklagten wird vorgeworfen, 2007 die britische Austauschstudentin Meredith Kercher in Perugia brutal getötet zu haben. Die damals 21-Jährige war halbnackt und mit durchschnittener Kehle gefunden worden.

Knox und Sollecito wurden 2009 zu langen Haftstrafen verurteilt und zwei Jahre später von einem Berufungsgericht freigesprochen. Im März 2013 hatte Italiens oberstes Gericht den Freispruch gekippt. Knox war nach ihrer Entlassung in die USA zurückgekehrt. Sie hatte mehrfach betont, nicht nach Italien reisen zu wollen.

Die Anschuldigungen gegen sie und Sollecito seien "ungerecht und boshaft", schreibt Knox. "Meredith war meine Freundin. Sie war mir sympathisch, sie hat mir geholfen, sie war großzügig und witzig", heißt es. "In der kurzen Zeit, in der Meredith und ich Mitbewohnerinnen und Freundinnen waren, haben wir nie gestritten."

wit/dpa

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