Mordprozess in Leipzig Lebenslange Freiheitsstrafen für Hells Angels

Wegen gemeinschaftlichen Mordes sind in Leipzig vier Angeklagte aus dem Rockermilieu zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. "Sie haben die Ehre Ihres Klubs über ein Menschenleben gestellt", sagte der Vorsitzende Richter.


Im Prozess um einen Mord im Leipziger Rockermilieu sind alle vier Angeklagten zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Die Mitglieder des inzwischen aufgelösten Leipziger Ablegers der Hells Angels wurden wegen gemeinschaftlichen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen verurteilt.

Laut Urteil hat der jüngste der zwischen 33 und 47 Jahre alten Männer im Sommer 2016 ein Mitglied des rivalisierenden Rockerklubs United Tribuns erschossen. Der 27-jährige Veysel A. wurde schwer verletzt und starb kurz darauf in einer Klinik. Als er getroffen zu Boden ging, sollen ihm drei Angeklagte noch mehrfach gegen den Kopf und den Körper getreten haben. Zwei weitere Männer wurden verletzt.

Nach den Worten des Vorsitzenden Richters handelten die vier Männer nach einem gemeinschaftlichen Plan, bei dem es um Machtkämpfe gegangen sei: "Sie haben die Ehre Ihres Klubs über ein Menschenleben gestellt", sagte Richter Johann Jagenlauf laut "Bild". "Sie haben jetzt genügend Zeit, darüber nachzudenken, ob es das wert war." Das Urteil folgte dem Strafantrag des Staatsanwaltes.

Alle vier Angeklagten hatten im Prozess geschwiegen. Auch mehrere Zeugen aus dem Umfeld der Hells Angels hatten es vorgezogen, keine Angaben zu machen - genau wie die beiden United-Tribuns-Mitglieder, die jeweils von einem Schuss getroffen wurden und nur knapp überlebten.

Die United Tribuns sind eine im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen gegründete Gang mit Mitgliedern vorwiegend aus dem Türsteher- und Bodybuildermilieu. Sie waren zur Tatzeit noch relativ neu in Leipzig. Die Leipziger Hells Angels lösten sich kurz nach der Schießerei auf.

ala/dpa



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