Mordprozess Phil Spector steht erneut vor Gericht

Auf ein Neues: Der amerikanische Musikproduzent Phil Spector muss sich wegen des Todes der Schauspielerin Lana Clarkson nochmals vor Gericht verantworten. Der erste Prozess war an der Uneinigkeit der Geschworenen gescheitert.


Los Angeles - Im Wiederaufnahmeverfahren beschrieb Staatsanwalt Alan Jackson am Mittwoch den 67-Jährigen Angeklagten in seinem Eröffnungsplädoyer als Musikgenie, das im betrunkenen Zustand "sehr böse, sehr gewalttätig und sehr tödlich" werden könne. Spector habe wiederholt Frauen mit Schusswaffen bedroht.

Angeklagter Spector: Frauen mit Schusswaffen bedroht?
AP

Angeklagter Spector: Frauen mit Schusswaffen bedroht?

Jackson erinnerte auch an die Aussage von Spectors Chauffeur nach der Bluttat in dessen Anwesen 2003, nach der der Musikproduzent herausgekommen sei und gesagt habe: "Ich denke, ich habe jemanden getötet." Jackson sagte, Spector habe Clarkson erschossen, weil die 40-Jährige dessen sexuelle Annäherungsversuche zurückgewiesen habe.

Spectors Verteidiger Doron Weinberg warf dem Staatsanwalt vor, seinem Mandanten wegen dessen Charakter den Prozess machen zu wollen. Dies verstoße eindeutig gegen die Verfassung und sei unzulässig, sagte Weinberg.

Die Anklage "hat keine Beweise dafür, dass Mr. Spector Lana Clarkson getötet hat, weil er es nicht getan hat", erklärte Weinberg in seinem Eröffnungsplädoyer. Er werde Beweise dafür vorlegen, dass Clarkson sich die Schusswunden selbst beigebracht habe.

Der erste Prozess gegen Spector endete im vergangenen Jahr ohne Urteil, weil zwei der zwölf Geschworenen Zweifel an Spectors Schuld hatten. Spector wurde in den sechziger Jahren als Erfinder eines voluminösen Klangs bei Schallplattenaufnahmen, des sogenannten "Wall of Sound", berühmt. Er produzierte Hits der Ronettes und Righteous Brothers sowie Ike und Tina Turner. Er arbeitete ferner für das Beatles-Album "Let It Be" und später mit John Lennon, George Harrison und den Ramones.

jdl/AP



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