Krankenpfleger unter Mordverdacht Staatsanwälte sollen nicht gründlich genug ermittelt haben

Im Fall des unter Mordverdacht stehenden Krankenpflegers Niels H. ist ein Ermittlungsverfahren gegen zwei ehemalige Dezernenten der Oldenburger Staatsanwaltschaft eingeleitet worden. Es besteht ein Anfangsverdacht wegen Strafvereitlung im Amt.

Niels H. im Landgericht Oldenburg (Archiv): Ermittler unter Druck
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Niels H. im Landgericht Oldenburg (Archiv): Ermittler unter Druck


Oldenburg - Die Oldenburger Staatsanwaltschaft gerät im Zusammenhang mit den Mordermittlungen gegen den Krankenpfleger Niels H. unter Druck. Es gebe einen Anfangsverdacht wegen Strafvereitlung im Amt gegen die damals zuständigen Staatsanwälte, sagte ein Behördensprecher.

Nach Angaben der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft richten sich die Vorwürfe gegen zwei ehemalige Dezernenten. Die Staatsanwaltschaft in Osnabrück hat nun den Auftrag erhalten, zu klären, ob die Dezernenten sich einer Straftat schuldig gemacht haben.

Der Pfleger aus Niedersachsen steht zurzeit wegen dreifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs an Patienten am Klinikum Delmenhorst vor Gericht. Die Ermittler gehen inzwischen mehr als 200 Verdachtsfällen an der Klinik und weiteren Arbeitsstätten des Mannes nach.

Angehörige werfen den damaligen Ermittlern Versäumnisse vor, da es schon 2005 Hinweise auf ein viel größeres Ausmaß gegeben habe. Die Oldenburger Staatsanwaltschaft prüft die Vorgänge auch intern. Die Ergebnisse sollen nach Angaben des Behördensprechers in etwa einem Monat vorliegen. Die Beschuldigten sind heute nicht mehr bei der Staatsanwaltschaft tätig.

wit/dpa

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