Mordverdacht Zweites Baby innerhalb einer Woche in Berlin getötet

Ein in einem Berliner Altkleider-Container gefundener Säugling ist gewaltsam zu Tode gekommen. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft nach der Obduktion. Erst kurz zuvor war ein weiteres Baby in der Hauptstadt kurz nach der Geburt tot aufgefunden worden. In beiden Fällen läuft die Suche nach der Mutter.

Trauer: Ein Mann zündet am Fundort der Babyleiche in Berlin-Hellersdorf eine Kerze an
DPA

Trauer: Ein Mann zündet am Fundort der Babyleiche in Berlin-Hellersdorf eine Kerze an


Berlin - Am Dienstag hatte ein Hund im Berliner Stadtteil Hellersdorf die Leiche eines männlichen Säuglings in einer Plastiktüte aufgestöbert. Eine Frau war in dem kleinen Park nahe einer Plattenbausiedlung mit dem Tier unterwegs. Jetzt bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, dass der Junge bei der Geburt noch gelebt habe und dann getötet wurde.

Wie das Kind zu Tode kam, wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. "Wir ermitteln wegen Mordes", sagte Martin Steltner. Es seien bereits zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung aufgenommen worden. Noch sei aber völlig unklar, wer die Mutter sei und wo sie sich aufhalte.

Es ist die zweite Babyleiche, die innerhalb weniger Tage in der Hauptstadt gefunden wurde. Erst am vergangenen Freitag war ein totes Kind in einem Altkleider-Container in Berlin-Neukölln gefunden worden. Auch hier sind die Hintergründe nach wie vor unklar. Auf die Frage, ob es sich um eine signifikante Häufung von Säuglingstötungen in Berlin handele, sagte Steltner: "Nein, das ist Zufall."

Auch im nordostpolnischen Lubawa herrscht Entsetzen, seit dort drei Babyleichen in einer Tiefkühltruhe gefunden wurden. Die 41-jährige Mutter hat die Tötung der Kinder am Mittwoch zugegeben. Die Frau und ihr gleichaltriger Ehemann waren bereits am Dienstag festgenommen worden. Die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete unter Berufung auf Nachbarn, das Ehepaar habe vier Kinder im Alter zwischen sechs und 22 Jahren und bisher unauffällig gelebt. Sollte die Frau wegen Mordes verurteilt werden, droht ihr eine lebenslange Freiheitsstrafe.

ala/dpa



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