Flüchtlingslager auf Lesbos Polizei nimmt nach Feuer in Moria sechs Verdächtige fest

Das Feuer im griechischen Moria zerstörte praktisch das gesamte Flüchtlingslager - nun gibt es erste Festnahmen. Einige der minderjährigen Verdächtigen waren bereits aufs griechische Festland gebracht worden.
Verbrannte Zelte in Moria

Verbrannte Zelte in Moria

Foto: GIORGOS MOUTAFIS/ REUTERS

Die griechische Polizei hat im Zusammenhang mit dem Feuer, welches das Flüchtlingslager Moria in der vergangenen Woche niederbrannte, sechs Personen festgenommen. Das teilte ein Polizeisprecher mit. 

"Die Brandstifter sind festgenommen. Es sind junge Migranten. Ein weiterer wird noch gesucht", sagte der griechische Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis. Aus Kreisen der Polizei hieß es, die sechs mutmaßlichen Brandstifter seien Afghanen, deren Asylanträge abgelehnt worden waren.

Griechische Medien berichteten, drei der mutmaßlichen Brandstifter seien nicht auf Lesbos, sondern in Nordgriechenland festgenommen worden. Es handele sich um Minderjährige, die einen Tag nach dem Großbrand nach Nordgriechenland ausgeflogen worden waren, um sie zu schützen, und die von anderen Staaten der EU aufgenommen werden sollten, berichtete der Athener Fernsehsender "Mega" unter Berufung auf Kreise der Polizei.

Zeltlager unweit des alten Lagers von Moria

Das Lager von Moria war bei mehreren zeitgleichen Bränden fast vollständig zerstört worden. Mehr als 12.500 Migranten blieben obdachlos. Zur Unterbringung dieser Menschen hat Athen ein Zeltlager unweit des alten von Moria eingerichtet.

In dem neuen provisorischen Lager sind inzwischen knapp 800 Bewohner des abgebrannten Flüchtlingslagers untergebracht worden. Wie am späten Montagabend aus dem griechischen Migrationsministerium verlautete, wurden dort 21 Bewohner auf das neuartige Coronavirus getestet.

Viele Migranten wollen allerdings nicht auf Lesbos bleiben und weigern sich, in die neuen Zelte zu ziehen. Journalisten haben dort keinen Zugang. Die Versorgung ist nach Angaben der ersten Bewohner nicht gut. Demnach fehlt es unter anderem an Duschen und Matratzen.

wal/Reuters
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