Moskau Mutmaßlicher Maskenverweigerer erschießt zwei Personen

Der Verdächtige soll sich trotz Aufforderung geweigert haben, einen Mund- und Nasenschutz aufzusetzen: In Moskau hat ein Mann in einem Verwaltungsgebäude zwei Menschen erschossen.
Ein Polizist am Tatort in Moskau

Ein Polizist am Tatort in Moskau

Foto: DIMITAR DILKOFF / AFP

Bei einem Streit ums Maskentragen zum Schutz vor dem Coronavirus hat in Moskau ein Mann eine Pistole gezogen und mindestens zwei Menschen erschossen. Drei weitere Leute seien verletzt worden, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin mit.

Die Behörden leiteten ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren ein. Das Innenministerium teilte mit, der Angreifer sei ein 45-jähriger Einwohner von Moskau, er sei in eine Polizeistation abgeführt worden, der Mann werde psychologisch untersucht, hieß es.

Sobjanin sprach von einer »Tragödie«. Schauplatz war eines der sogenannten Multifunktionszentren im Südosten der russischen Hauptstadt, wo Bürger ihre persönlichen Dokumente beantragen und bearbeiten lassen können. Der Verdächtige soll sich trotz Aufforderung des Personals geweigert haben, einen Mund- und Nasenschutz aufzusetzen. Dann habe er die Pistole gezogen und geschossen.

Mutmaßlicher Täter »neutralisiert«

Nach Angaben des Innenministeriums betrat der Angreifer das Verwaltungsgebäude und »begann auf die Bürger dort zu schießen«. Danach habe er versucht, sich zu verstecken, aber ein Sicherheitsbeamter habe ihn abgefangen und »neutralisiert«. Mehrere Nachrichtenagenturen berichteten, bei dem Angreifer handle es sich um einen ehemaligen Soldaten. Zur genauen Identität des Täters und zu seiner Motivation wurden zunächst aber keine Angaben gemacht.

Unter den Verletzten sei auch ein zehn Jahre altes Mädchen, teilte das Innenministerium mit. Sobjanin sagte, dass die Ärzte alles unternähmen, um die Verletzten zu behandeln. Den Familien der Getöteten sprach das Oberhaupt der Stadt sein Beileid aus.

In Russland hatte es zuletzt mehrfach Zwischenfälle auch mit Protesten von Gegnern der Hygienevorschriften in der Coronapandemie gegeben. Im November vorigen Jahres hatte ein Maskenverweigerer in St. Petersburg einen Busreisenden erstochen, nachdem der auf die Pflicht zum Tragen des Mund- und Nasenschutzes hingewiesen hatte.

bam/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.