Moussaoui-Prozess Gericht lässt Tonband aus 9/11-Flugzeug zu

Im Prozess gegen den Terrorverdächtigen Moussaoui soll erstmals öffentlich ein Tonband-Mitschnitt aus einem der Flugzeuge des 11. September 2001 abgespielt werden. Moussaoui droht die Todesstrafe.

Washington - Richterin Leonie Brinkema entschied gestern, dass eine Aufnahme aus dem United-Airlines-Flug 93 veröffentlicht werden darf. Das Flugzeug stürzte bei Pennsylvania auf offenem Feld ab, nachdem Passagiere die Entführer angegriffen hatten. 40 Insassen und die vier Entführer starben. Die Behörden glauben, die Maschine sollte in ein Ziel im 20 Flugminuten entfernten Washington fliegen.

Sollten bis kommenden Dienstag keine Angehörigen von Opfern widersprechen, würde das Tonband am Tag nach dem Abspielen im Gericht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Auf dem Mitschnitt ist Recherchen des Magazins "Newsweek" zufolge zu hören, dass es an Bord der Maschine zu einem Kampf zwischen den Passagieren und den Terroristen gekommen ist. Demnach registrierte das Tonband Geräusche eines Gefechts - es seien Schläge, Schreie und Stöhnen zu hören. "Allahu akbar"-Rufe der Terroristen würden sich mit Wortfetzen der Passagiere vermischen: "Los, wir kriegen sie."

Der Prozess gegen Zacarias Moussaoui geht heute in seine zweite Phase. Zum Ende des ersten Abschnitts hatten die Geschworenen am Montag entschieden, dass der Angeklagte zum Tode verurteilt werden kann, weil er die Attentäter des 11. September im Vorfeld der Anschläge gedeckt haben soll.

Nach der zweiten Prozessphase, in der auch zahlreiche Angehörige von Opfern des 11. September angehört werden sollen, verhängt die Jury das Strafmaß.

hen/AFP

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