Hessen Polizist soll rechtsextreme Nachrichten verschickt haben

Ein Bild von Plätzchen in Hakenkreuzform: Ein Polizist aus Mühlheim verbreitete offenbar rechtsextreme Botschaften. Ein ehemaliger Kollege deckte den Fall auf.

Polizist in Kassel (Symbolbild): Ein Beamter aus Mühlheim soll in einer Chatgruppe rechtsextreme Botschaften verbreitet haben
Swen Pförtner/ DPA

Polizist in Kassel (Symbolbild): Ein Beamter aus Mühlheim soll in einer Chatgruppe rechtsextreme Botschaften verbreitet haben


Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Polizisten aus dem hessischen Mühlheim: Er steht unter Verdacht, Bilder mit rechtsextremen Inhalten in einem Chat verschickt zu haben, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte. Zuerst hatte der Hessische Rundfunk darüber berichtet.

Demnach handelte es sich bei den Bildern unter anderem um einen in Fraktur geschriebenen "deutschen Weihnachtsgruß" mit einem Eisernen Kreuz und einem Banner mit den Farben des Kaiserreichs, Schwarz-Weiß-Rot. Auf einem anderem Bild seien Weihnachtsplätzchen in Hakenkreuzform zu sehen. Die Fotos soll der Polizist demnach im Dezember 2016 an Kollegen verschickt haben.

In den vergangenen Monaten waren mehrere hessische Polizisten aufgefallen, die mutmaßlich rechtsradikale Inhalte verbreitet hatten. Im März sprach das Innenministerium von 34 Beamten, gegen die ermittelt würde. Zuvor hatte die Anwältin Seda Basay-Yildiz Drohfaxe bekommen, die mit "NSU 2.0" unterschrieben waren. Eine Spur führt zu fünf Polizisten und einer Kollegin des 1. Frankfurter Polizeireviers. Die Ermittlungen dauern an.

Ehemaliger Kollege informierte das Präsidium

Nach Bekanntwerden des Falles Basay-Yildiz wendete sich laut "HR" ein ehemaliger Kollege des verdächtigen Polizisten an die Leitung des Polizeipräsidiums Südosthessen und das hessische Innenministerium. Er sei ebenfalls Mitglied in der Chatgruppe gewesen.

Schon eine Stunde später hätte sich das Staatschutzkommissariat aus Offenbach bei ihm gemeldet und ihn tags darauf vernommen. Einige Monate später sei er dann nochmal vom Landeskriminalamt vernommen worden.

jpz/dpa

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