Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung Mülheim fordert Familie des Hauptverdächtigen zur Ausreise auf 

Die Angehörigen eines jugendlichen mutmaßlichen Sexualstraftäters sollen nach Bulgarien zurückkehren, fordert die Stadt Mülheim an der Ruhr. Der Vater des 14-Jährigen habe einen ungültigen Arbeitsvertrag vorgelegt.

Rathaus in Mülheim an der Ruhr: Aufforderung zur Ausreise
Horst Ossinger/ DPA

Rathaus in Mülheim an der Ruhr: Aufforderung zur Ausreise


Die Stadt Mülheim an der Ruhr hat die Familie des Hauptverdächtigen im Fall einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung zur Ausreise nach Bulgarien aufgefordert. Sollten sie nicht freiwillig gehen, könne sie ausgewiesen werden, sagte Stadtsprecher Volker Wiebels.

Der 14-Jährige soll eine junge Frau am 5. Juli in einem Mülheimer Waldstück vergewaltigt haben. Zwei weitere 14-Jährige sowie zwei strafunmündige Jungen sollen ebenfalls an der Tat beteiligt gewesen sein.

Die Stadt hatte gegen die Familie des Hauptverdächtigen ein Verfahren zur Einschränkung der Freizügigkeit, wie sie für EU-Bürger gilt, eingeleitet. Sie habe als einzige der betroffenen Familien nicht nachweisen können, über ein eigenes Einkommen zu verfügen. Dazu sind EU-Bürger laut Wiebels spätestens fünf Jahre nach ihrem Kommen verpflichtet. Das Einkommen müsse allerdings nicht ausreichen, um den Lebensunterhalt zu decken, ein Minijob reiche aus.

Der Vater des Verdächtigen legte laut Wiebels zwar einen Arbeitsvertrag vor, trat die Stelle aber nicht an. Deshalb sei dieser nicht wirksam geworden. Eine Anhörungsfrist habe die Familie ohne Reaktion verstreichen lassen. Sie habe nun vier Wochen Zeit, gegen die Entscheidung zu klagen, sagte Wiebels.

In Mülheim gemeldet

Danach erfolge die Ausweisung. Sie bezieht sich auf alle Familienmitglieder. Eine volljährige Tochter hatte Deutschland nach Angaben der Stadt schon vor Wochen mit ihrem Kind verlassen. Die anderen Familienangehörigen seien noch in Mülheim gemeldet.

Unklar ist, ob der 14-Jährige mit seiner Familie ausreisen muss. Da er in Untersuchungshaft sitzt, müsse die Staatsanwaltschaft darüber entscheiden, sagte Wiebels. Die Behörde war bislang für eine Auskunft nicht zu erreichen.

bbr/dpa

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