Vorbereitung auf G7-Gipfel 3000 Polizisten sollen Demo in München begleiten

Polizeiwagen brannten bereits, die Einsatzkräfte sind in Alarmbereitschaft: Zum G7-Gipfel werden in München Zehntausende Demonstranten erwartet, darunter Hunderte Linksautonome. Der Einsatzleiter will dagegenhalten.
Polizeiwagen an der deutsch-österreichischen Grenze

Polizeiwagen an der deutsch-österreichischen Grenze

Foto: Matthias Schrader / AP

Die für Samstag in München angekündigte Demonstration gegen den G7-Gipfel könnte nach Einschätzung der Polizei größer ausfallen als zunächst erwartet. Bei gutem Wetter könnten mehr als die angemeldeten 20.000 Teilnehmer kommen, sagte Münchens Einsatzleiter und Polizeivizepräsident Michael Dibowski bei der Vorstellung des polizeilichen Einsatzkonzepts in der bayerischen Landeshauptstadt.

Er rechne dabei auch mit einem schwarzen Block, sagte Dibowski. Zur Größe der Gruppe sagte der Einsatzleiter, er rechne mit einer Stärke bis hin zu einer hohen dreistelligen Personenzahl. Die Mobilisierung sei aber nicht so stark wie beim G7-Gipfel vor sieben Jahren. Sie laufe vorwiegend deutschlandweit. Die internationale Mobilisierung könne auch durch den anschließenden Nato-Gipfel in Madrid beeinflusst sein und weniger stark ausfallen als 2015, sagte Dibowski.

35.000 Teilnehmer kamen zur Demo 2015

Rund 3000 Polizisten sollen für einen friedlichen Ablauf sorgen. Insgesamt sind rund um den G7-Gipfel in Elmau 18.000 Beamte im Einsatz. Das politische Großereignis findet wie schon 2015 auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen statt, das Treffen läuft vom 26. bis 28. Juni. Vor sieben Jahren waren zur zentralen Demonstration in München rund 35.000 Teilnehmer gekommen.

Die Polizeigewerkschaft hatte zuletzt mitgeteilt, sie rechne nicht mit einem Block von Autonomen bei den Protesten gegen den Gipfel. Nach dem Brandanschlag auf acht Polizeiautos in München am Mittwoch sind die Sicherheitsbehörden jedoch alarmiert. Von der Polizei hieß es am Donnerstag zu dem Vorfall, es werde weiter in alle Richtungen ermittelt. Man könne noch nicht sagen, ob die oder der Täter aus dem linksextremen Spektrum kämen – es spreche aber vieles dafür. In den sozialen Medien werde der mutmaßliche Anschlag von der linken Szene gefeiert.

Bei der Anreise der Gipfelteilnehmer sowie während der Demo am Samstag sei mit Staus und Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen. Die Demonstranten rief Dibowski dazu auf, ihren Protest friedlich vorzutragen. Für »kreative und friedliche Demonstrationsformen« gebe es Raum. »Störungen durch Gewalt, Sachbeschädigungen und andere Rechtsverstöße wird die Münchner Polizei nicht tolerieren.«

fek/dpa