Klage von Nachbarn München erhöht Lärmschutzwand an Kita

In München haben Nachbarn gegen die Baugenehmigung für eine Kita geklagt und in erster Instanz recht bekommen. Nun will die Stadt die Anwohner beruhigen - mit einer höheren Lärmschutzwand.


Mit einer höheren Lärmschutzwand will München die Nachbarn einer Kindertagesstätte besänftigen. Auf Vorschlag des Vorsitzenden Richters verpflichtete sich die Stadt vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, die Schallschutzwand zwischen dem Kita-Gelände und den Grundstücken der Kläger von zwei Metern auf zweieinhalb Meter zu erhöhen sowie eine bestehende Lücke zu schließen (Az.: 2B 151088/15).

Die Nachbarn hatten gegen die Baugenehmigung für die Kita geklagt, die seit September 2014 teilweise in Betrieb ist. Vor dem Verwaltungsgericht München hatten sie in erster Instanz Erfolg gehabt.

Die Tagesstätte ist für insgesamt 136 Kinder ausgelegt, davon 36 Kleinkinder in der Krippe und je 50 Besucher des Kindergartens und des Horts. Ein solches Projekt sprenge den Rahmen eines zumindest allgemeinen, wenn nicht reinen Wohngebiets, sagte ein Kläger-Anwalt in der mündlichen Verhandlung. Eine Vertreterin der Stadt betonte hingegen den Bedarf an Kita-Plätzen: Dies erlaube eine solche Einrichtung selbst in einem reinen Wohngebiet ausnahmsweise.

Richter Hans-Joachim Dösing machte den Klägern wenig Hoffnung auf einen Erfolg in zweiter Instanz. Er verwies auf eine Sondervorschrift des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Demnach sind Geräusche einer Kindereinrichtung im Regelfall keine "störende Einwirkung", sie müssten als "sozialadäquat" hingenommen werden. Auch seien die Kinder wohl kaum alle gleichzeitig draußen, sagte Dösing.

wit/dpa



insgesamt 45 Beiträge
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FetTerBender 29.07.2015
1.
Eine tolle Gesellschaft, in der wir leben. Für gute Bildung und Erziehung ist natürlich jeder, aber die dämlichen Bälger direkt neben sich haben? Da klage ich doch lieber. Da fehlen mir die Worte.
mongolord 29.07.2015
2.
Jetzt werden wieder gleich Wortmeldungen von Leuten kommen die das als überzogen oder lächerlich abtun. Aber eine Kindertagesstädte ist in der Tat eine große Lärmquelle und das hochfrequente Kindergeschrei geht durch alle Wände. Dazu kommt Anfahrts- und Abfahrtslärm, Bälle die gegen Metallzäune geschossen werden und vieles mehr. Bei uns war auch beim Hausbau nur ein Kindergarten gegenüber, 10 Jahre später ohne eine Nachricht wurde das Gebäude um einen Stock erhöht und nun steht da eine Tagesstädte mit Hort, wo quasi von 9-16 Uhr durchgehend immenser Lärm hier im reinen Wohngebiet entsteht. Sehr ärgerlich und störend wenn man selbst frei hat oder im Schichtdienst arbeitet. Ist auch kein gleich bleibender Lärm sondern ein wirklich penetrantes Geschrei. Die Kinder trifft natürlich keine Schuld und ich verstehe auch das man mehr Kitaplätze braucht. Aber wäre es nicht cleverer wenn man wenigstens die Anwohner von dem Vorhaben informiert oder das Ding am besten nicht in ein Wohngebiet setzt?
der.tommy 29.07.2015
3.
Im Ernst jetzt? So weit ist es, dass wir unsere Kinder hinter einer schallschutzmauer einsperren? Wie kann es überhaupt sein, dass man sich wochentags von einer Kita gestört fühlt, wenn man eigentlich zu der betreffenden Zeit arbeiten sollte?
Herr Gott 29.07.2015
4. Man kann doch einfach ...
... Flüchtlinge in dem Gebäude einquartieren, die dort wohnen können, wenn es sich um ein reines Wohngebiet handelt und alle wären zufrieden. Für die Kita wird man sicher auch einen geeigneten Platz finden, an dem niemand anstoß nimmt.
ptb29 29.07.2015
5. Wo sollen die Kitas hin, wenn nicht in ein Wohngebiet?
Die Anwohner hatte nie Kinder, auch ihre Verwandten haben keine. Das muss eine trostlose Gegend sein. Arme Münchner!
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