Durchsuchungen Groß angelegte Drogenrazzia gegen Münchner Polizisten

Der Drogenskandal im Münchner Polizeipräsidium weitet sich aus. Die Behörden ermitteln inzwischen gegen 21 Polizisten.

20 Münchner Polizisten sowie ein weiterer Polizist der bayerischen Bereitschaftspolizei stehen unter Verdacht, gegen das Betäubungsmittel- und das Antidopinggesetz verstoßen zu haben. Dies teilten das bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft München I mit.

An der noch laufenden Razzia waren demnach 18 Staatsanwälte und mehr als 90 LKA-Ermittler beteiligt. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt laut eigener Aussage seit Juli 2018 gegen die tatverdächtigen Polizisten des Münchner Polizeipräsidiums sowie 17 weitere Beschuldigte, darunter Drogenhändler und Verkäufer von Dopingmitteln.

Kronzeuge gab den entscheidenden Tipp

Die Verdachtsmomente hätten sich im Rahmen von Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Rauschgifthändler im Zusammenhang mit dem Münchner Klub Heart ergeben. Ein Kronzeuge habe auf mutmaßliche Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) durch zwei namentlich bekannte Polizeibeamte hingewiesen.

Einzelne Beamte müssten sich zudem wegen des Verdachts der Verfolgung Unschuldiger, des Verwahrungsbruchs oder der Strafvereitelung im Amt verantworten. Einige der 21 tatverdächtigen Polizisten seien bereits vom Dienst suspendiert, hieß es in einer Pressemitteilung der Behörden.

Ermittlungsgruppe "Nightlife" sichtet Millionen Dateien

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die Polizeibeamten werden durch das Bayerische Landeskriminalamt (LKA), Sachgebiet Interne Ermittlungen geführt, die übrigen Ermittlungen durch das Polizeipräsidium München. Im Juli 2020 wurde im LKA die Ermittlungsgruppe "Nightlife" eingerichtet. Auf den bisher beschlagnahmten 20 Mobiltelefonen befinden sich demnach rund 1,6 Millionen Chatnachrichten, etwa eine Million Bilddateien sowie 25.000 Videodateien, die es zu sichten gelte.

ala/AFP
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