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11. Juni 2019, 10:52 Uhr

Polizei-Spezialeinsatz in München

Bordellgast soll Mitarbeiter mit Handgranate bedroht haben

Angeblich störte er sich an der Nationalität der Sexarbeiterinnen: In München ist ein 60-Jähriger nach einem Streit offenbar mit einer Granate in ein Bordell gegangen. Die Polizei rückte mit Spezialisten an.

In München soll ein 60-Jähriger einen Mitarbeiter eines Bordells mit einer Handgranate bedroht haben. Die beiden seien zuvor am frühen Montagmorgen in Streit geraten, wie die Polizei mitteilte. Lokalen Medien zufolge beschwerte sich der Gast wiederholt darüber, dass Prostituierte aus Osteuropa ihren deutschen Kolleginnen angeblich die Arbeit wegnähmen.

Der 60-Jährige verließ schließlich in offenbar großer Wut das Etablissement und kündigte seine Rückkehr an. Wenig später tauchte er laut Polizei wieder auf und zog aus seiner Tasche eine Handgranate, deren Sicherungsstift er demnach ziehen wollte.

Auch die Granate fiel zu Boden

Der 33 Jahre alte Angestellte wollte dies laut Polizei verhindern und stieß den Mann aus dem Lokal, wo er ihn zu Boden riss. Vor dem Gebäude entstand ein Gerangel, in dessen Verlauf die Granate ebenfalls zu Boden fiel. Die Polizei rückte mit Spezialkräften und einem Sprengstoffhund an.

Spezialisten stellten später fest, dass es sich tatsächlich um eine Handgranate russischer Herkunft handelte, die jedoch komplett leer war und nicht über Zünder und Sprengstoff verfügte.

Der 60-Jährige erlitt bei dem Gerangel mit dem Angestellten eine Verletzung am Sprunggelenk und kam in ein Krankenhaus. Er soll sich wegen des Verdachts der Bedrohung und Störung des öffentlichen Friedens verantworten. Der 33-jährige Angestellte des Bordells blieb unverletzt.

mxw

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