München Pfleger nach mutmaßlichem Mehrfachmord an Patienten angeklagt

Sechs Menschen soll ein polnischer Hilfspfleger ermordet und zudem zahlreiche weitere Straftaten begangen haben. Nun wurde der Mann in München angeklagt.


Die Staatsanwaltschaft München hat einen Hilfspfleger wegen sechsfachen Mordes angeklagt. Wie die Anklagebehörde mitteilte, wird dem 37-jährigen Polen Grzegorz W. Diebstahl, Raub mit Todesfolge, versuchter Mord, Betrug und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Mann soll die Taten bei seinen Pflegeeinsätzen begangen haben.

W. wurde von Agenturen zu Einsätzen in ganz Deutschland vermittelt. Den Ermittlern zufolge soll er seinen Patienten wiederholt medizinisch nicht notwendiges Insulin gespritzt und sie so getötet haben.

In anderen Fällen überlebten Patienten nur, weil sie umgehend ärztlich behandelt wurden. Laut Anklage stahl der Angeschuldigte seinen Patienten zudem Wertgegenstände. Damit sei unter anderem das Mordmerkmal der Habgier erfüllt.

Der nach dem Tod eines 87-Jährigen überführte Pfleger gestand in seinen Vernehmungen die Insulingabe, bestritt aber eine Tötungsabsicht. Zur Aufklärung seiner Taten ermittelte die Staatsanwaltschaft 69 Einsatzorte des Angeschuldigten in ganz Deutschland. W. sitzt seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft.

Die Morde soll er in Bayern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Baden-Württemberg verübt haben. Auch in Nordrhein-Westfalen und Hamburg soll er Straftaten begangen haben. Familien, die ihn engagiert hatten, klagten den Ermittlern zufolge über unangemessenes Verhalten und beschrieben W. als lustlos und mitunter aggressiv. Die Anklageschrift umfasst insgesamt 366 Seiten.

fek/AFP/dpa



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