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11. Juni 2015, 13:20 Uhr

Entführung in München

Polizei fahndet nach verdächtigem Bartträger

In Bayern hat ein Unbekannter die Frau eines Bankmanagers entführt. Die 46-Jährige konnte sich befreien. Der mutmaßliche Täter wurde von einer Überwachungskamera gefilmt.

Die Münchner Polizei fahndet mit einem Großaufgebot nach einem unbekannten Mann, der eine 46-Jährige entführt und Lösegeld gefordert haben soll. Eine Videokamera filmte den etwa 50 Jahre alten Mann. Von ihm fehlt bislang jede Spur.

Wie die Münchner Polizei mitteilte, hatte der Gesuchte am Mittwoch gegen 7.30 Uhr an der Wohnungstür einer Familie in Ottobrunn bei München geklingelt. Er bedrohte die 46 Jahre alte Frau und ihren zwölfjährigen Sohn mit einer Pistole. Den Jungen ließ er gefesselt in der Wohnung zurück und fuhr mit der Mutter im Auto davon.

Der Täter zwang die Frau, in ihr Auto zu steigen, und fuhr rund eine Stunde lang mit ihr, bis er den Parkplatz eines Lebensmitteldiscounters im Münchner Westend ansteuerte. "Warum er da angehalten hat, wissen wir nicht", sagte Markus Kraus vom Münchner Polizeipräsidium.

Polizei geht von Einzeltäter aus

Der Entführer und die 46-Jährige seien dann aus dem Wagen ausgestiegen, so die Polizei - und die Frau ergriff die Gelegenheit zur Flucht. Daraufhin floh auch der Täter und lief über ein angrenzendes Firmengrundstück. Dort filmte ihn eine Überwachungskamera. Die Bilder zeigen einen schlanken, schwarz gekleideten Mann mit Wollmütze und Rucksack.

In einem in der Wohnung zurückgelassenen Schreiben forderte der Täter einen Millionenbetrag. Medienberichten zufolge verlangte er vom Ehemann, einem Sparkassenmanager aus Ottobrunn, zweieinhalb Millionen Euro. In dem Brief soll "Wir haben Ihre Frau" gestanden haben. Laut "Bild"-Zeitung soll der mutmaßliche Täter mit Berliner Dialekt sprechen.

Ein vorheriger Kontakt der Familie mit dem Entführer sei unwahrscheinlich, sagte Kraus. Der Sparkassenmanager sei "nicht im direkten Kundengeschäft" tätig. Die Polizei glaubt derzeit nicht an Komplizen. "Momentan würden wir auf einen Einzeltäter tippen", sagte Kraus. Bei seiner Flucht habe der Täter ein Magazin verloren. Die Polizei geht darum davon aus, dass er eine Softair-Pistole bei sich trug. Die entführte Mutter und ihr Sohn blieben nach Polizeiangaben unverletzt.

wit/ulz/dpa

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