München Polizist verbreitete antisemitisches Video - Strafbefehl erlassen

Polizisten aus Bayern verbreiteten in einer Chatgruppe antisemitische Inhalte. Für einen ersten Beamten hat das nun strafrechtliche Konsequenzen.


Im Fall der Verbreitung antisemitischer und rechtsextremistischer Videos in einer Chatgruppe von Polizisten aus Bayern gibt es erste strafrechtliche Konsequenzen. Gegen einen Beamten des Unterstützungskommandos der Münchner Polizei sei ein Strafbefehl wegen Volksverhetzung erlassen worden, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts München. Gegen weitere Beamte werde noch ermittelt.

Der 28-Jährige soll ein Video verbreitet haben, das das Gericht als rechtsextrem und antisemitisch einstufte. Es zeige ein Kind, das eindeutig einer orthodoxen jüdischen Familie zuzuordnen sei. Untermalt werde der kurze Film vom Dauerklingeln einer Supermarktkasse. Antisemiten stellen Juden seit Jahrhunderten als geldgierig dar.

Dem Strafbefehl zufolge soll der Polizist 50 Tagessätze zu je 70 Euro zahlen. Auch sein Handy soll eingezogen werden. Sollte der 28-Jährige dies nicht akzeptieren, kommt der Fall vor Gericht.

Vor gut vier Monaten war der Fall bekannt geworden. Mehrere Beamte sollen rechtlich fragwürdige und geschmacklose Bilder und Videos geteilt haben. 15 Polizisten wurden damals vom Dienst suspendiert oder versetzt. In dem Chat sollen nach damaligen Erkenntnissen etwa drei Dutzend Beamte gewesen sein, darunter aktive und ehemalige Mitglieder des Unterstützungskommandos, das unter anderem bei Demonstrationen und Fußballspielen zum Einsatz kommt.

bbr/dpa



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