»Brennende Versorgungsleitungen« Staatsschutz ermittelt nach Münchner Stromausfall

Nach dem Brand in einer Baugrube fiel in drei Münchner Stadtteilen der Strom aus. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Hat die Tat womöglich einen politischen Hintergrund?
Starkstromkabel brennen in einer Baugrube in München. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Starkstromkabel brennen in einer Baugrube in München. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Foto: --- / dpa

Nach dem großen Stromausfall in München hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. »Bei brennenden Versorgungsleitungen können politische Motive vorliegen«, sagte ein Pressesprecher der Polizei am Samstag. Die Ermittlungen gingen aber in alle Richtungen, und die Ermittler könnten auch noch nicht explizit sagen, dass es sich zweifelsfrei um Brandstiftung handelt und welche Motive dahinterstehen könnten. Der Staatsschutz prüft derzeit einige Zeugenhinweise.

Die Staatsanwaltschaft München I verwies ebenfalls nur darauf, dass der Staatsschutz, das Kriminalfachdezernat 4 des Polizeipräsidiums München, die Ermittlungen übernommen hat, das sich schwerpunktmäßig mit politischen Straftaten befasst.

Der Strom war nach einem Feuer am frühen Freitagmorgen in rund 20.000 Haushalten ausgefallen. Die Polizei nahm schon bald danach Ermittlungen wegen Brandstiftung auf.

Verschmorte Kabel an der Baustelle in München: Das Brandbild weist auf Brandstiftung

Verschmorte Kabel an der Baustelle in München: Das Brandbild weist auf Brandstiftung

Foto: Peter Kneffel / dpa

Der ungewöhnlich ausgedehnte und lang andauernde Stromausfall in Teilen der Stadtteile Haidhausen, Ramersdorf und Berg am Laim war durch ein Feuer in einer Baugrube ausgelöst worden, bei dem rund 50 Stromkabel der Mittelspannung vollkommen zerstört wurden. In der Folge fielen etwa 150 Trafostationen aus. Passanten hatten erst ein seltsames Knistern und dann einen Knall gehört. Als die Feuerwehr eintraf, loderten Flammen aus der Grube.

Das Brandbild in der etwa einen Meter tiefen Grube weise auf Brandstiftung hin, erläuterte ein Polizeisprecher. Genaueres wollte er zunächst nicht sagen, die Analysen der Brandfahnder seien noch nicht abgeschlossen. »Wir sind noch am Anfang der Ermittlungen«, betonte der Polizeisprecher. »Wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen, ob es Zusammenhänge mit anderen Delikten gibt.«

Es wäre aber nicht der erste Brandanschlag auf Infrastruktureinrichtungen in der Landeshauptstadt: Die Ermittler sprachen schon im vergangenen Jahr von einer «Serie». Seit November 2019 hatten Unbekannte in München mehrfach Funkmasten und andere Infrastruktureinrichtungen angezündet. Es entstand ein Gesamtschaden von rund 3,6 Millionen Euro. Die Taten ordneten die Ermittler linksextremen Straftätern zu, entsprechende Hinweise in die Szene führten jedoch zu keinen konkreten Personen. Die Ermittlungen wurden deshalb eingestellt.

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Nach Angaben der Stadtwerke sollen alle Betroffenen bis 18 Uhr am Samstagabend wieder an das Stromnetz angeschlossen sein. Die Arbeiten seien in der Nacht zwar durch heftige Regenfälle erschwert worden. »Doch nach der Nachtschicht sind die SWM zuversichtlich, bis zum heutigen Samstagmittag die Grundversorgung wieder herstellen zu können.«

oka/dpa
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