Stromausfall in München nach Brand Polizei prüft angebliches Bekennerschreiben

Nach einem Feuer in einer Baugrube hatten gut 20.000 Münchner Haushalte keinen Strom. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung – nun gibt es ein Indiz, das auf eine politische Motivation hindeuten könnte.
Starkstromkabel in einer Baugrube in München

Starkstromkabel in einer Baugrube in München

Foto: Peter Kneffel / dpa

Die Polizei prüft nach dem großflächigen Stromausfall in München ein angebliches Bekennerschreiben. Dieses sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte ein Polizeisprecher.

Am vergangenen Freitag war in mehreren Münchner Stadtteilen nach einem Feuer die Stromversorgung unterbrochen worden. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und vermutet ein politisches Motiv, der Staatsschutz ist involviert.

Dem Schreiben zufolge soll der Anschlag unter anderem dem Münchner Konzern Rohde & Schwarz gelten, der auch Militärtechnik herstellt. Der Text wurde auf »de.Indymedia« veröffentlicht, einer Plattform, die der Verfassungsschutz seit Juli als linksextremistischen Verdachtsfall führt.

Der ungewöhnlich ausgedehnte und lang andauernde Stromausfall in den Stadtteilen Haidhausen, Ramersdorf und Berg am Laim wurde durch ein Feuer in einer Baugrube ausgelöst. Rund 50 Stromkabel wurden zerstört.

In der Folge fielen etwa 150 Trafostationen aus. 20.000 Haushalte waren betroffen.

Passanten hatten erst ein seltsames Knistern und dann einen Knall gehört. Als die Feuerwehr eintraf, loderten Flammen aus der Grube.

»Serie« von Anschlägen?

Es wäre aber nicht der erste Brandanschlag auf Infrastruktureinrichtungen in der bayerischen Landeshauptstadt: Die Ermittler sprachen schon im vergangenen Jahr von einer »Serie«.

Seit November 2019 hatten Unbekannte in München mehrfach Funkmasten und andere Infrastruktureinrichtungen angezündet. Es entstand ein Gesamtschaden von rund 3,6 Millionen Euro.

Die Taten ordneten die Ermittler linksextremen Straftätern zu, entsprechende Hinweise in die Szene führten jedoch zu keinen konkreten Personen. Die Ermittlungen wurden deshalb eingestellt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung hieß es, 20.000 Münchner seien von der Stromversorgung abgeschnitten gewesen. Tatsächlich waren es 20.000 Haushalte. Wir haben den Fehler korrigiert.

jpz/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.