Tödlicher Unfall in München Fahrer hatte offenbar Alkohol getrunken

Eine Dashcam hat einen tödlichen Unfall in München aufgezeichnet. Die Aufnahme ist laut den Ermittlern ein "wesentliches Beweismittel". Der Tatverdächtige soll während der Fahrt alkoholisiert gewesen sein.

Fürstenrieder Straße in München: Tödliche Verfolgungsjagd
Sven Hoppe/DPA

Fürstenrieder Straße in München: Tödliche Verfolgungsjagd


Ein Autofahrer, der bei seiner Flucht vor der Polizei in München in eine Gruppe Jugendlicher fuhr, soll alkoholisiert gewesen sein. Es sei Alkoholgeruch bei dem 34-Jährigen festgestellt worden, teilten die Ermittler bei einer Pressekonferenz mit.

Zudem hätten Beamte eine geringe Menge Drogen in seinem Auto gefunden. Genaue Promillewerte oder Ergebnisse weiterer toxikologischer Untersuchungen stünden aber noch aus.

Der Fahrer hatte am Freitagabend zwei Jugendliche erfasst, ein 14-Jähriger starb, eine 16-Jährige wurde schwer verletzt. Der Unfall ist den Ermittlern zufolge mit einer sogenannten Dashcam aus einem anderen Wagen gefilmt worden. Das sind in Autos installierte Videokameras, die während der Fahrt die Sicht aus der Windschutzscheibe aufzeichnen.

Der Leiter der Mordkommission, Josef Wimmer, sagte, auf der Videoaufzeichnung sei zu sehen, wie der Fahrer mit hoher Geschwindigkeit vorbeifahre, das Auto einen Jungen erfasse und dieser in die Luft geschleudert werde. Danach zeige das Video, wie die nachrückende Streife sofort anhalte, um eine Reanimation einzuleiten.

Autofahrer unter Mordverdacht

Der 34-Jährige war in falscher Richtung unterwegs gewesen, als er die beiden Teenager erfasste. Der Dashcambesitzer fuhr den Angaben nach das Auto parallel zu ihm. Staatsanwältin Anne Leiding bezeichnet die Aufnahme als "ein ganz wesentliches Beweismittel." Der Einsatz von Dashcams ist rechtlich umstritten. Im Mai 2018 hatte der Bundesgerichtshof derartige Aufnahmen jedoch grundsätzlich als Beweismittel vor Gericht zugelassen.

Außerdem gaben die Ermittler nun bekannt, dass der Tatverdächtige sich nicht mehr in der Psychiatrie befinde. Dort sei er zu seinem eigenen Schutz nur kurzfristig gewesen, sagte Leiding. Der Mann ist wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Unklar ist, ob er derzeit in einem Krankenhaus oder in einem Gefängnis untergebracht ist. Zum Grad seiner Verletzungen machten die Behörden keine Angaben.

bbr/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.