München und Frankfurt Wieder Schlägereien von Jugendlichen in der U-Bahn

Brutale Überfälle in der U-Bahn: In Frankfurt haben sieben Männer im Alter von 17 und 21 Jahren einen U-Bahn-Fahrer krankenhausreif geprügelt. In der Münchner U-Bahn schlugen mehrere Jugendliche auf zwei junge Fahrgäste ein und traten ihnen gegen den Kopf.


Frankfurt/München - Die sieben jungen Männer, die in der Nacht zum Sonntag in Frankfurt einen U-Bahnfahrer krankenhausreif schlugen, hatten zuvor in einem U-Bahn-Zug der Linie 2 randaliert. Sie zertrümmerten eine Trennwand und zerschlugen mehrere Scheiben des Waggons, wie die Polizei mitteilte. Danach stiegen stiegen sie aus, griffen auf dem Bahnsteig einen Lokführer an und schlugen ihn mit Faustschlägen ins Gesicht zu Boden.

Münchner U-Bahn: Vierter Akt der Jugendgewalt in nur zwei Wochen
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Münchner U-Bahn: Vierter Akt der Jugendgewalt in nur zwei Wochen

Eine herbeigerufene Polizeistreife konnte verhindern, dass die Randalierer im Alter zwischen 17 und 21 Jahren auf den am Boden liegenden Fahrer eintraten. Sie nahm die Männer fest. Der 43 Jahre alte Lokführer wurde in ein Frankfurter Krankenhaus gebracht. Die Verkehrsgesellschaft VGF teilte mit, nach Aussage des 43-Jährigen sei einer der Jugendlichen torkelnd und schwankend auf ihn zugekommen. Er habe den offensichtlich alkoholisierten Mann auffangen wollen. Dies hätten dessen Begleiter wohl als Angriff gesehen und sofort zugeschlagen. Der Fahrer war nach Dienstende auf dem Weg nach Hause.

Nach Polizeiangaben haben die meisten Tatverdächtigen offenbar einen Migrationshintergrund. Einige seien bereits als Gewalttäter aufgefallen. Haftbefehl sei nicht beantragt worden.

In der Münchner U-Bahn hat eine Gruppe von mehreren Jugendlichen heute Morgen zwei junge Männer niedergeschlagen und ihnen gegen den Kopf getreten. Das sagte der Münchner Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer bei einer Pressekonferenz.

Die beiden Opfer im Alter von etwa 22 Jahren wurden im Krankenhaus behandelt und danach wieder entlassen. Im Gesicht des einen sei der Abdruck eines Turnschuhs zu sehen gewesen, sagte Schmidbauer.

Beide Männer seien leicht angetrunken gewesen. Drei der mutmaßlichen Täter seien festgenommen worden. Dabei handele es sich um einen 17-jährigen Iraker und zwei 16 Jahre alte Palästinenser. Es ist der vierte Vorfall dieser Art in der Münchner U-Bahn - innerhalb von nur zwei Wochen.

Nach einer ersten Einschätzung der Polizei waren noch zwei weitere Täter an der Schlägerei beteiligt gewesen. Bei ihrer Vernehmung hätten die Opfer angegeben, dass die Gruppe ohne Anlass auf sie losgegangen sei. Im Laufe der Auseinandersetzung seien sie von den Angreifern zu Boden gestoßen und gegen den Kopf getreten worden. Die Fahnder hatten aufgrund des Videomaterials der Überwachungskameras einer U-Bahn-Station die Verdächtigen ermittelt.

Die drei Täter hätten bestritten, überhaupt an der Station gewesen zu sein, sagte Schmidbauer. Gegen einen der 16 Jahre alten mutmaßlichen Täter werde Haftbefehl beantragt. Die Jugendlichen seien Anfang September illegal eingereist und hätten Asyl beantragt. Die beiden 16-Jährigen seien unter anderem wegen räuberischer Erpressung in Erscheinung getreten. Der 17-Jährige sei ein unbeschriebenes Blatt.

jjc/lub/AP/dpa



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