Anklage in Münster Früherer SS-Wachmann muss wegen hundertfacher Mordbeihilfe vor Jugendgericht

Die Staatsanwaltschaft Münster wirft einem ehemaligen Wachmann der SS vor, im KZ Stutthof an mehreren Hundert Morden beteiligt gewesen zu sein. Ab November soll er sich dafür vor Gericht verantworten.
Eingang des Stutthof Museums

Eingang des Stutthof Museums

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Piotr Wittman/ dpa

Einem 94 Jahre alten Mann aus dem Kreis Borken soll der Prozess wegen hundertfacher Beihilfe zum Mord gemacht werden. Der ehemalige SS-Wachmann im deutschen Konzentrationslager Stutthof bei Danzig soll für mehrere Hundert Morde zwischen 1942 und 1945 mitverantwortlich gewesen sein. Das teilte das Landgericht Münster mit.

Laut Anklage wurden in dem Konzentrationslager im fraglichen Zeitraum mehrere Hundert Menschen in Gaskammern umgebracht. Weitere starben aufgrund der elenden Lebensverhältnisse oder wurden durch Genickschüsse getötet. Wieder andere Gefangene habe man erfrieren lassen oder ihnen Gift direkt ins Herz injiziert. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, von sämtlichen Tötungsmaßnahmen gewusst zu haben. Er bestreitet früheren Angaben zufolge seine Beteiligung.

Der Prozess beginnt am 6. November vor der Jugendkammer, weil der Angeklagte zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Taten noch nicht 21 Jahre alt war. Aus Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand wird maximal zwei Stunden lang verhandelt. Zischen den Sitzungen müssen immer wieder Ruhetage eingelegt werden. Das Gericht setzte dreizehn Prozesstage bis Mitte Januar an.

Wegen ähnlicher Vorwürfe soll auch ein 93-Jähriger aus Wuppertal vor Gericht gebracht werden. Bislang ist allerdings nicht absehbar, ob der Mann verhandlungsfähig ist. Ein weiteres Gutachten dazu steht noch aus.

ulz/dpa
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