Urteil im Missbrauchskomplex Münster Hauptangeklagter zu 14 Jahren verurteilt

Im Missbrauchskomplex Münster hat das Gericht ein Urteil gefällt. Der Hauptangeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.
Der Hauptangeklagte Adrian V. vor Gericht

Der Hauptangeklagte Adrian V. vor Gericht

Foto: Guido Kirchner / dpa

Im Missbrauchskomplex Münster ist der 28-jährige Hauptangeklagte wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 14 Jahren Haft verurteilt worden.

Für die Zeit danach ordnete das Landgericht Münster für den IT-Techniker Sicherungsverwahrung wegen Wiederholungsgefahr an. Er gilt als Schlüsselfigur in dem am Dienstag beendeten Prozess mit vier weiteren Angeklagten.

Dem 28-Jährigen mutmaßlichen Haupttäter im sogenannten Missbrauchskomplex Münster wird vorgeworfen, den heute elfjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin immer wieder selbst vergewaltigt und ihn anderen Männern für ihre grausamen sexualisierten Gewalttaten überlassen zu haben.

Die Urteile für die anderen Männer lauten:

  • 10 Jahre Haft für einen 36-Jährigen aus Hannover für 4 Fälle,

  • 11 Jahre und 6 Monate für einen 43-Jährigen aus Schorfheide in Brandenburg für 5 Fälle und

  • 12 Jahre für einen 31-Jährigen aus dem hessischen Staufenberg für 6 Fälle.

Auch für diese Männer ordnete das Gericht Sicherungsverwahrung an. Damit folgte es weitestgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Wegen Beihilfe soll die Mutter, 46, des IT-Technikers für 5 Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte auf 6 Jahre plädiert. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten Haftstrafen zwischen zehn und 14 Jahren für die Deutschen sowie anschließende Sicherungsverwahrung wegen Wiederholungsgefahr gefordert. Die Verteidigung forderte mildere Urteile, im Fall der angeklagten Frau plädierte der Anwalt auf Freispruch.

Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Missbrauchsfällen der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen. Der Fall kam im Juni 2020 nach Ermittlungen in einer Gartenlaube ans Licht. Im Zuge dessen hatte es in mehreren Bundesländern und im Ausland Festnahmen gegeben. In dem Komplex wurden bereits fünf Männer zu Freiheitsstrafen verurteilt. Insgesamt wurden durch die Ermittler mehr als 50 Tatverdächtige identifiziert, von denen derzeit etwa 30 in U-Haft sitzen.

kha/dpa/AFP
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