Landgericht Münster Prozess gegen früheren SS-Wachmann ausgesetzt

Johann R. soll am Massenmord im KZ Stutthof beteiligt gewesen sein. Nun wurde der Prozess gegen den ehemaligen SS-Wachmann wegen einer schweren Herz- und Nierenerkrankung des Angeklagten ausgesetzt.

Angeklagter im Landgericht Münster (Archiv)
DPA

Angeklagter im Landgericht Münster (Archiv)


Der Prozess gegen einen ehemaligen SS-Wachmann im Konzentrationslager Stutthof am Landgericht Münster ist vorerst geplatzt. Der Grund ist eine schwere Herz- und Nierenerkrankung des Angeklagten Johann R.

Der 95-Jährige ist seit November verhandlungsunfähig und liegt im Krankenhaus. Ein medizinischer Gutachter soll R. im Januar erneut untersuchen. Dann muss der Vorsitzende Richter Rainer Brackhane entscheiden, ob das Verfahren mit neuen Terminen von vorn beginnt. Nach einer Verhandlungspause von drei Wochen sieht die Strafprozessordnung diesen Schritt vor.

Der vom Gericht bestellte medizinische Gutachter hatte am achten Verhandlungstag den Gesundheitszustand des Angeklagten geschildert, der sich in den vergangenen Wochen verschlechtert hatte. Es sei zwar möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich, dass sich der Mann wieder erhole, sagte der Mediziner.

Die Anklage wirft dem Mann aus dem Kreis Borken Beihilfe zum Mord in Hunderten Fällen in dem deutschen Konzentrationslager bei Danzig von 1942 bis 1944 vor. Nach Angaben der für die Aufklärung von NS-Verbrechen zuständigen Zentralen Stelle in Ludwigsburg starben bis Kriegsende 65.000 Menschen im KZ Stutthof und seinen Nebenlagern sowie auf den sogenannten Todesmärschen.

bbr/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.