Missbrauchsfall in Münster Spürhund findet Tablet und USB-Stick bei Mutter des Hauptverdächtigen

Die von der Polizei zu sichtenden Datensätze sind im Missbrauchsfall von Münster immens. Nun haben die Ermittler bei der Mutter des Hauptverdächtigen Adrian V. weitere Speichermedien gefunden.

Ein Spürhund hat in der Wohnung der inhaftierten Mutter des Hauptverdächtigen im Missbrauchsfall von Münster zwei weitere elektronische Geräte entdeckt. Laut Polizei  schlug der Hund bei einer erneuten Durchsuchung am Mittwoch an.

Unter einem Schrank in der Wohnung von Carina V., der 45-jährigen Mutter des mutmaßlichen Haupttäters Adrian V., sei daraufhin ein Tablet gefunden worden, "augenscheinlich absichtlich versteckt". Der Hund habe außerdem einen USB-Stick erschnüffelt, der in einer mit Kleinteilen vollgepackten Kiste lag und nicht als Datenträger zu erkennen gewesen sei. Die Datenträger sollen nun ausgewertet werden.

Auch in den Wohnungen des Beschuldigten in der Nähe von Gießen und eines weiteren Beschuldigten aus Brandenburg sind laut Polizei Datenspeicherspürhunde eingesetzt worden. Auch dort wurden Datenträger entdeckt. Eine Suche in der Laube der Kleingartenanlage in Münster blieb ohne Fund.

Der Fall des schweren sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder in Münster war vor einer Woche bekannt geworden. Der 27 Jahre alte Hauptverdächtige Adrian V. war wegen Kinderpornografiebesitzes zweifach vorbestraft. Bisher gab es in dem Fall in Münster Festnahmen von elf Tatverdächtigen aus mehreren Bundesländern.

Riesige Datenspeicher im Keller des Hauptverdächtigen

Sieben von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Sie kommen aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Niedersachsen und zwei aus Hessen. Dem Hauptverdächtigen werfen die Ermittler 15 Fälle von schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern vor. Unter den Opfern ist auch der zehnjährige Sohn seiner Lebensgefährtin. Als einer von zwei Tatorten steht bisher ein Kleingartenverein in Münster fest.

Bei der Suche nach kinderpornografischem Material haben es die Ermittler in dem Fall bereits jetzt mit großen Datenmengen zu tun. Adrian V. betrieb einen klimatisierten Rechnerraum im Keller mit einem Speichervolumen von mehr als 500 Terabyte. Genug für 200.000 Stunden Film in HD-Qualität.

fek/dpa