Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen Mutmaßlicher Hoeneß-Erpresser spricht über Vorwürfe

Der mutmaßliche Erpresser von Uli Hoeneß sitzt in Untersuchungshaft - und hat sich dort zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert. Laut Staatsanwaltschaft "spricht sehr viel dafür", dass der 50-Jährige angeklagt wird.

Ehemaliger Bayern-Präsident Hoeneß: Vor Haftantritt erpresst
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Ehemaliger Bayern-Präsident Hoeneß: Vor Haftantritt erpresst


München - Die Staatsanwaltschaft München wird wohl Anklage gegen den mutmaßlichen Erpresser von Uli Hoeneß erheben. "Es spricht sehr viel dafür", sagte ein Sprecher der Behörde. Die Ermittlungen sollen zügig zu Ende gebracht werden.

Der Tatverdächtige, ein 50-jähriger ehemaliger Häftling, äußerste sich in der Untersuchungshaft zu den Vorwürfen gegen ihn. Zum Inhalt hielt sich die Staatsanwaltschaft allerdings bedeckt.

Der mutmaßliche Erpresser soll von Hoeneß 215.000 Euro verlangt haben - und bei Nichtzahlung mit schweren Konsequenzen in Hoeneß' bevorstehender Haftzeit gedroht haben. Er habe gute Kontakte in alle bayerischen Gefängnisse, soll der 50-Jährige erklärt haben.

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Laut der Münchner "Abendzeitung" drohte der Verdächtige damit, Hoeneß das Leben im Gefängnis zur Hölle zu machen. Der Zeitung zufolge geht dies aus einem Schreiben hervor, das an die Familie Hoeneß ging. Darin soll behauptet worden sein, man könne "Einfluss auf den Haftverlauf" nehmen - ganz gleich, in welches Gefängnis Hoeneß letztlich komme.

Bei der geplanten Geldübergabe in München wurde der Tatverdächtige am Samstag von der Polizei festgenommen. Sollte es zur Anklage kommen und er verurteilt werden, drohen ihm wegen versuchter Erpressung bis zu fünf Jahre Gefängnis. Es wäre nicht sein erster Knastaufenthalt. Laut "Abendzeitung" war der Mann bereits in den Achtziger- und Neunzigerjahren inhaftiert - und zuletzt 2009.

Erst vor Kurzem war bekannt geworden, dass die Anwälte von Hoeneß offenbar eine Unterbringung in einer anderen Justizvollzugsanstalt als der in Landsberg am Lech beantragt haben. Hintergrund ist wohl der Tag der offenen Tür, den die JVA veranstaltet hatte und bei dem Journalisten durch das Gefängnis geführt wurden. Das habe Hoeneß' Privatsphäre verletzt, zitierten Medien seine Anwälte.

Zur Frage, wann genau Hoeneß die Haft antreten muss, halten sich die Behörden bedeckt. Nur so viel ist klar: Wenn das Gericht die Sieben-Wochen-Frist voll ausgeschöpft hat, war der 30. April das letztmögliche Datum für die Urteilszustellung. Darauf musste die Staatsanwaltschaft als Vollstreckungsbehörde warten, um Hoeneß die Ladung zum Haftantritt zukommen zu lassen.

Hoeneß war wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hat das Urteil akzeptiert und auf eine Revision verzichtet - ebenso wie die Staatsanwaltschaft.

ulz/dpa



insgesamt 55 Beiträge
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Seite 1
micah 14.05.2014
1. Was für eine Meldung!
Mutmaßlicher Hoeneß-Erpresser spricht über Vorwürfe! Er sagt:...???
hanoh 14.05.2014
2. 5 zu 3 (Jahren)
Dann lieber 30 Millionen unterschlagen, als über eine so fiese Erpressung dann an Geld kommen. Uli du bist und bleibst der Größte! (Sarkasmus) was hier wirklich nicht zum lachen ist :-(
Herr Hold 14.05.2014
3. Lernen
50 Jähriger, es wäre nicht sein erster Knast-Aufenthalt, er warbereits in den achtziger und neunziger Jahren inhaftiert. Macnhe lernen auch im Alter nicht dazu.
walnussbaer 14.05.2014
4. Tag der offenen....
...Tür im Gefängnis finde ich noch besser. Sie haben aber Recht - das umfangreiche Interview mit dem Erpresser ist total interessant :D
jujo 14.05.2014
5. ...
Zitat von sysopREUTERSDer mutmaßliche Erpresser von Uli Hoeneß sitzt in Untersuchungshaft - und hat sich dort zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert. Laut Staatsanwaltschaft "spricht sehr viel dafür", dass der 50-Jährige angeklagt wird. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mutmasslicher-erpresser-von-uli-hoeness-spricht-ueber-vorwuerfe-a-969329.html
Gestern konnte man lesen, das der Fall Hoeneß zu einer beispiellosen Neid- und Hetzdebatte geführt hat. Im Gegensatz zu Zumwinckel und Schöckemöhle. Mitschuldig daran sind zum größten Anteil die Boulevardmedien, so auch SPON! Über die beiden letztgenannten war wenig zu lesen! Über Hoeneß ist keine Nichtmeldung zu blöd um nicht durchgekaut zu werden. Zudem lebten und leben die beiden auch zurückgezogen, gaben und geben sie auch dem Boulevard, im Gegensatz zu Hoeneß, keinen Anlass zur Nabelschau!
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