Mutter und Sohn Erpresserduo muss ins Gefängnis

Er wollte unbedingt das Sorgerecht für seine Kinder, doch es fehlte am Geld für den Prozess: Ein Mann aus Bayern versuchte Millionen von einer Kaufhauskette zu erpressen, jetzt muss er dafür ins Gefängnis. Auch seine Mutter wurde verurteilt - wegen "falsch verstandener Mutterliebe".


Memmingen - Die Tatwaffen: zwei Briefe und ein Rotstift. Weil sie die Erpresserbriefe ihres Sohnes korrigierte, ist eine 66-Jährige aus dem Ostallgäu jetzt zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten verurteilt worden.

Ihr Sohn hatte in zwei Schreiben 20 Millionen Euro von einer Kaufhauskette gefordert. Er hatte im Februar behauptet, vergiftete Lebensmittel in den Regalen von zehn Märkten platziert zu haben. Im Eingang eines Ladengeschäfts legte er außerdem ein Feuer; durch den Brand entstand ein Schaden von 120.000 Euro. Das Landgericht Memmingen nahe Ulm hat den Mann nun wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung und versuchter besonders schwerer Brandstiftung zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und zehn Monate verurteilt.

Dass seine Mutter die Erpresserbriefe las und sogar korrigierte, wertete das Gericht als "falsch verstandene Mutterliebe". Die Taten hatte das Duo zu Beginn des Prozesses zugegeben. Der Mann sprach von einem "dämlichen Fehler", den er aus Verzweiflung begangen habe.

Die Briefe hatte er nach eigenen Angaben geschickt, um Geld für den Sorgerechtsstreit mit seiner Ex-Frau zu bekommen. Er habe gehofft, mit den gemeinsamen Kindern ein neues Leben anfangen zu können, sagte er während des Prozesses.

usp/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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Bärchen09 11.07.2011
1. Da staunt man
Nun, das Sorgerecht für seine Kinder kann er nun mal vergessen. Wären bei einem solchen Vater auch nicht gut aufgehoben. Die Mutter ist ja nun selten dumm. Einen Erpresserbrief zu verbessern. Vielleicht hat sie im Leben ihres Sohnes immer so viel mit Rotstift verbesert. Irgendwie natürlich für die Kinder traurig, die ihren Vater nun überhaupt nicht mehr sehen.
Student5 11.07.2011
2. Sorgerecht und Kriminalität
Berichten Sie doch bitte einmal von den unzähligen Vätern in Deutschland, die sich erfolglos um Kontakt mit ihren Kinder bemüht haben, ohne deswegen jemals kriminell geworden zu sein. Die umgekehrt Opfer kriminellen Verhaltens wurden, z.B. zu Unrecht des Kindesmißbrauchs beschuldigt wurden. Und berichten Sie einmal von den unzähligen Müttern, die durch Kindesentzug zu Unterhaltsleistungen gekommen sind, ohne jemals in die Kriminalitätsstatistik eingegangen zu sein.
marl7 12.07.2011
3. Tja...so ist das halt. mit der Verhältnismäßigkeit.
Eine Straftat aus -zumindest dem Bericht nach- nicht unbedingt den niedrigsten Motiven zu begehen, bei der aber wenigstens niemand zu körperlichem Schaden kommt, bringt >5 Jahre Haft ein. Prügelt und tritt man jemand wegen 20 Cent zu Tode und bricht nach der Entlassung aus der U-Haft seiner Ex-Freundin, die man zur Prostitution zwingen will, das Bein, dann bekommt man -wie im Fall der beiden Totschläger (m.E. eher Mörder) Berhan I. und Onur K. drei Jahren und vier Monaten bzw. 3 Jahre und 10 Monate. Prima Land das, prima Justiz.
McSteph 12.07.2011
4. Was für ein Unsinn
Zitat von Bärchen09Nun, das Sorgerecht für seine Kinder kann er nun mal vergessen. Wären bei einem solchen Vater auch nicht gut aufgehoben. Die Mutter ist ja nun selten dumm. Einen Erpresserbrief zu verbessern. Vielleicht hat sie im Leben ihres Sohnes immer so viel mit Rotstift verbesert. Irgendwie natürlich für die Kinder traurig, die ihren Vater nun überhaupt nicht mehr sehen.
Erklären Sie bitte: WARUM ist das Sorgerecht respektive die Kinder "beim Vater auch nicht gut aufgehoben"? Mein Sohn ist mit 12 Jahren von seiner Mutter abgehauen und zu mir gekommen, weil er ihren Terror und die Boshaftikeiten nicht mehr ertragen konnte. Zum Teil 2: Wer sagt denn, dass er seine Kinder so irgendwann zu Gesicht bekommen hätte? Viele Mütter nutzen eiskalt und brutal die Kinder als Druckmittel aus, um jegliches Zugeständnis oder was auch immer vom Vater zu bekommen. Von "Liebe" gegenübe den Kindern ist in solchen Fällen nichts - aber auch ein garnichts - zu erkennen. Der Zweck heiligt bei solchen Weibern (Mütter kann man sie nicht nennen) alle Mittel - selbst die seelisch brutalsten!
McSteph 12.07.2011
5. absolut richtig
Zitat von Student5Berichten Sie doch bitte einmal von den unzähligen Vätern in Deutschland, die sich erfolglos um Kontakt mit ihren Kinder bemüht haben, ohne deswegen jemals kriminell geworden zu sein. Die umgekehrt Opfer kriminellen Verhaltens wurden, z.B. zu Unrecht des Kindesmißbrauchs beschuldigt wurden. Und berichten Sie einmal von den unzähligen Müttern, die durch Kindesentzug zu Unterhaltsleistungen gekommen sind, ohne jemals in die Kriminalitätsstatistik eingegangen zu sein.
Leider haben die Opfer solch krimineller "Mütter" keine Lobby und somit keine Stimme..... armes Deutschland......
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