Misshandlung des Sohnes Mutter zu fast drei Jahren Haft verurteilt

Eine Frau hat ihren dreijährigen Sohn nach Überzeugung des Landgerichts Hamburg gequält und in Todesgefahr gebracht. Dafür wurde die Mutter nun zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Angeklagte am Hamburger Landgericht (Archiv): Richter sprechen Mutter schuldig
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Angeklagte am Hamburger Landgericht (Archiv): Richter sprechen Mutter schuldig


Das Hamburger Landgericht hat eine Mutter der Misshandlung von Schutzbefohlenen und der gefährlichen Körperverletzung in sechs Fällen schuldig gesprochen. Die Richter verurteilten die Frau zu zwei Jahren und neun Monaten Haft.

Die Entscheidung der Strafkammer stelle ein Mindesturteil dar, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Die 30-Jährige habe ihren dreijährigen Sohn gequält und in Todesgefahr gebracht. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten gefordert, die Verteidigung hatte sich für eine Bewährungsstrafe von ein bis zwei Jahren ausgesprochen.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung waren zum Prozessauftakt davon ausgegangen, dass die Mutter unter dem sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndromleidet. Dabei macht ein Mensch einen anderen bewusst krank oder täuscht eine Krankheit vor, um Zuwendung zu erreichen.

Die Öffentlichkeit war nach Verlesung der Anklage vom Prozess ausgeschlossen und erst zu den Plädoyers wieder zugelassen worden. Ein Gutachter konnte nach Angaben des Verteidigers nicht eindeutig sagen, ob die Angeklagte vermindert schuldfähig ist. Er habe sowohl Gründe dafür als auch dagegen gesehen.

Laut Anklage spritzte die 30-Jährige ihrem dreijährigen Sohn über Monate mit Fäkalien, Speichel oder Blumenwasser vermischte Substanzen. Der Junge bekam daraufhin heftige Schmerzen und erkrankte schwer. Der Sohn lag 2013 mehrfach im Krankenhaus, zeitweise befand er sich in Lebensgefahr auf der Intensivstation.

Die Ärzte behandelten das Kind mit starken Medikamenten und gingen schließlich von einer Krebserkrankung aus. Sie planten eine Knochenmarktransplantation mit Chemotherapie. Letztlich fiel das Verhalten der 30-Jährigen auf, die Ärzte stellten sie zur Rede und trennten sie von dem Kind. Zwei Wochen später war der Junge wieder zu Hause, mit normalen Blutwerten.

Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom

ulz/dpa

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