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Malcolm X: "Das hätte nie passieren dürfen"

Foto: AP / NY State Department of Corrections

Nach 45 Jahren Malcolm X' Mörder wieder in Freiheit

Mehr als 45 Jahre nach der Ermordung des Schwarzenführers Malcolm X ist der letzte der damaligen Todesschützen auf Bewährung freigekommen. Der 69-jährige Thomas Hagan bedauerte seine Tat öffentlich.

New York - Thomas Hagan war einer von drei Männern, die 1966 verurteilt wurden. Der heute 69-Jährige gab als einziger zu, am 21. Februar 1965 im New Yorker Schwarzenviertel Harlem auf Malcolm X gefeuert zu haben. Der Schwarzenführer wurde während einer Rede mit mehr als einem Dutzend Schüssen getötet.

Die beiden anderen mutmaßlichen Schützen sind bereits seit den achtziger Jahren wieder frei. Sie beteuerten bis zuletzt ihre Unschuld.

Hagan durfte am Mittwoch die Haftanstalt für Freigänger am New Yorker Malcolm-X-Boulevard verlassen. Er habe bereits seit 1992 zu Hause bei seiner Familie gelebt und nur noch zwei Tage in der Woche hinter Gittern verbracht, bestätigten die New Yorker Behörden. Der 69-Jährige hatte bereits 17 Anträge auf Freilassung gestellt.

"Ich bedaure meine Beteiligung zutiefst", hatte der jetzt entlassene Hagan laut CNN im März bei einer Anhörung gesagt. "Das hätte alles nie passieren dürfen."

Martin Luther King

Malcolm X galt als charismatischer Redner. Weltweit bekannt wurde er als einer der Führer der radikalen Bewegung "Nation of Islam". Mit seinen militanten Ansichten war er innerhalb der Schwarzenbewegung ein Gegenspieler des auf Gewaltlosigkeit setzenden .

Hagan war ebenfalls ein Mitglied der militanten "Nation of Islam". In der Vereinigung selbst gab es allerdings Grabenkämpfe zwischen ihrem als korrupt und sexistisch eingeschätzten Führer Elijah Muhammad und Malcolm X. Nach einer Pilgerfahrt wurde letzterer gemäßigter. Seine Abkehr wurde von anderen Anhängern der Bewegung als Verrat gesehen.

ada/AP/dpa
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