Große Koalition GSG 9 soll Einsätze gegen Terrorverdächtige übernehmen

Im Fall des mutmaßlichen Terroristen Albakr machte die sächsische Polizei keine gute Figur. Jetzt fordern führende Politiker der Großen Koalition: Nur die Eliteeinheit GSG 9 sollte derartige Einsätze übernehmen.
Polizei und Spurensicherung am 10.10.2016 im Stadtteil Paunsdorf in Leipzig

Polizei und Spurensicherung am 10.10.2016 im Stadtteil Paunsdorf in Leipzig

Foto: Hendrik Schmidt/ dpa

Nach den Pannen bei der Festnahme des Terrorverdächtigen Jaber Albakr in Chemnitz fordern Innenpolitiker der Großen Koalition, bei ähnlichen Lagen grundsätzlich die Antiterroreinheit GSG 9 der Bundespolizei einzusetzen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

"Versäumnisse, wie sie in Sachsen zutage traten, sind lebensgefährlich und dürfen sich nicht wiederholen", sagt Burkhard Lischka, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Notfalls müsse man die GSG 9 dafür vergrößern.

Armin Schuster, Innenexperte der CDU, forderte, die Bundesanwaltschaft müsse "früher Flagge zeigen als bisher". Damit wären im Regelfall das Bundeskriminalamt und die GSG 9 eingeschaltet. "Man hätte hier klotzen müssen, nicht kleckern", so Schuster.

Albakr war am 8. Oktober dem Zugriff der sächsischen Spezialeinheiten entkommen - obwohl der Einsatz eigentlich gut vorbereitet war. Drei Syrer, bei denen er sich in Leipzig vor den Ermittlern versteckte, überwältigten ihn schließlich und informierten die Polizei. Drei Tage später nahm sich der Terrorverdächtige in seiner Zelle in der JVA Leipzig das Leben.

jös/kno
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