Nach Tod eines Kindes Polizei ermittelt gegen Jugendamt-Mitarbeiter

Ein kleines Mädchen aus Wuppertal wurde misshandelt, kam gewaltsam ums Leben. Nicht nur gegen die Pflegemuter wird nun ermittelt - die Staatsanwaltschaft ließ heute auch Räume des Jugendamtes durchsuchen, stellte Akten sicher. Wäre der Tod des Kindes zu verhindern gewesen?


Wuppertal - Nach dem Tod eines fünf Jahre alten Mädchens in Wuppertal und der Verhaftung seiner Pflegemutter ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft nun auch gegen Mitarbeiter des städtischen Jugendamtes. Das teilten die Ermittlungsbehörden am Mittwoch in Wuppertal mit.

Räume des Jugendamtes seien durchsucht und Akten sichergestellt worden. Im laufenden Verfahren hätten sich Anhaltspunkte dafür ergeben, dass "verantwortlichen Institutionen" bereits vor dem Tod des Mädchens Informationen über dessen Verletzungen vorgelegen hätten.

Die 38 Jahre alte Pflegemutter war am Karfreitag wegen des Verdachts des Totschlags an dem Kind in Untersuchungshaft genommen worden. Sie habe sich bislang noch nicht zu den Vorwürfen geäußert, hieß es am Mittwoch.

Das kleine Mädchen, das etwa ein halbes Jahr in der Pflegefamilie gelebt hatte, war am Dienstag vergangener Woche von Einsatzkräften aus einer Wohnung geholt worden, nachdem ein Notruf bei der Polizei eingegangen war. Das Mädchen starb jedoch wenig später in der Klinik.

Eine Obduktion ergab, dass das Kind gewaltsam ums Leben kam. Unter anderem wurden Blutergüsse als Spuren äußerlicher Misshandlung festgestellt. Ob es auch zu sexueller Misshandlung gekommen war, blieb weiter unklar.

pad/dpa



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