Nach Vergewaltigung Frauenarzt darf nicht mehr praktizieren

Ein Gynäkologe, der eine Praktikantin sexuell missbraucht hat, darf nicht mehr als Arzt arbeiten - auch nachdem er seine Haftstrafe abgesessen hat. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe sprach ihm die Voraussetzungen für eine Approbation ab.


Karlsruhe/Heidelberg - Nach dem Verbrechen an einer jugendlichen Praktikantin und einer mehrjährigen Strafe fehle es dem Mann sowohl an der Würdigkeit als auch an der Zuverlässigkeit zur Approbation, urteilte das Verwaltungsgericht Karlsruhe und wies heute eine Klage gegen das Land Baden-Württemberg ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig (AZ. 1 K 81/06).

Der Frauenarzt war im Oktober 2000 vom Landgericht Heidelberg wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und Jugendlichen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der damals 47 Jahre alte Mediziner, der die Straftaten zunächst immer bestritten hatte, durfte zudem vier Jahre lang keine Minderjährigen behandeln oder beschäftigen. Das Regierungspräsidium widerrief die Berufszulassung als Frauenarzt. Bei seinen Klagen gab der Mann nun an, er habe seine Haftstrafe abgesessen und bereue seine Tat.

ffr/dpa



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