Nacktjogger Zum Lendenschurz verurteilt

Zu viel Haut: Ein 51-Jähriger ist gerichtlich zum Tragen eines Handtuchs mit Klettverschluss verurteilt worden, weil er beim Sport auf jegliche Bekleidung verzichtete. Schon seit zwei Jahren sorgt der Mann als "Nacktläufer von Gunzenhausen" für Aufsehen.


Ansbach - Die Erklärung des Mannes war wenig originell: Weil er beim Sport so stark schwitze, bleibe er lieber nackt. Das Verwaltungsgericht Ansbach verurteilte den 51-Jährigen nun zum Tragen eines Lendenschurzes. Bei seinen sportlichen Ausflügen ins Freie müsse er ein 20 mal 30 Zentimeter großes Handtuch so am Körper befestigen, "dass eine Einsichtnahme seiner primären Geschlechtsorgane durch andere nicht möglich ist", entschied das Gericht.

Der Mann ist Wiederholungstäter. Seit zwei Jahren sorgt er als "Nacktläufer von Gunzenhausen" für Aufsehen. Zuletzt hatten sich Einwohner seines Heimatortes im Januar über die Auftritte im Adamskostüm beschwert. Auch damals war er dazu aufgefordert worden, seine Geschlechtsorgane in der Öffentlichkeit zu bedecken. Ohne Erfolg - der Jogger blieb "unten ohne" und hielt das Handtuch beim Laufen lediglich locker vor sich.

Jetzt sollen Klettverschlüss für den ausreichenden Halt sorgen. Bei weiterem Ungehorsam muss der Mann 400 Euro Bußgeld zahlen. Vor dem Amtsgericht läuft gegen ihn parallel ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen einer "grob ungehörigen Handlung, die dazu geeignet ist, die Allgemeinheit zu belästigen".

imo/ap/dpa



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