"Um Himmels Willen"-Star Mönning Rock-Lupfer soll neu verhandelt werden

Wegen "Belästigung der Allgemeinheit" wurde Schauspielerin Antje Mönning zur Zahlung eines Bußgelds verurteilt. Jetzt soll sich eine höhere Instanz erneut mit dem Fall befassen.
Schauspielerin Antje Mönning

Schauspielerin Antje Mönning

Foto: Matthias Balk/ dpa

Anfang Dezember verurteilte das Amtsgericht Kaufbeuren die Schauspielerin Antje Mönning wegen einer Ordnungswidrigkeit zu einer Geldbuße von 300 Euro. Sie hatte auf einem Parkplatz im Allgäu eine Art Tänzchen aufgeführt und vor drei Männern ihren Rock angehoben, unter dem sie keine Unterwäsche trug.

Zwei der Beobachter waren Zivilpolizisten, die Mönning anzeigten. Bei dem dritten Augenzeugen handelte es sich um einen Lkw-Fahrer, der von den Zivilpolizisten kontrolliert worden war. Er hatte die Beamten auf das Geschehen aufmerksam gemacht, die daraufhin Mönnings Tanz gefilmt hatten.

Jetzt gab Mönnings Verteidiger Alexander Stevens bekannt, dass er eine sogenannte Sprungrevision zum Oberlandesgericht München eingelegt habe. Im Prozess hatte er angeführt, dass im Fall Mönning die Tatbestandsmerkmale des Paragrafen 183a des Strafgesetzbuchs, also Erregung öffentlichen Ärgernisses, nicht zutreffen würden. "Selbst Nacktflitzer werden damit nicht belangt", sagte er vor Gericht.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt - auch weil die Schauspielerin einst eine Nonne in der ARD-Serie "Um Himmels Willen" dargestellt hatte. Sie hatte ihre Performance auf dem Parkplatz nicht bestritten, diese aber als eine Kunstaktion bezeichnet.

Gegen Mönning hatte es zunächst einen Strafbefehl wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses gegeben. Diesen Vorwurf hielt der Amtsrichter für unzutreffend, die dafür nötige sexuelle Handlung von einiger Erheblichkeit liege nicht vor. Er verurteilte Mönning aber wegen "Belästigung der Allgemeinheit". Anwalt Stevens hatte bereits bei der Verhandlung angekündigt, bis zum Bundesverfassungsgericht gehen zu wollen.

ala/dpa
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