Unfall in Niedersachsen Zwei Kinder starben nach illegalem Autorennen – Fahrerin wegen Mordes angeklagt

Eine 40-Jährige fuhr im Februar ein illegales Autorennen nahe Hannover. Sie rammte einen Wagen, in dem eine Familie saß. Zwei Kinder starben – nun wurde die Frau nach internationaler Fahndung in Polen festgenommen.
Komplett zerstört: Der Familienwagen, in dem die zwei verstorbenen Kinder saßen

Komplett zerstört: Der Familienwagen, in dem die zwei verstorbenen Kinder saßen

Foto: Frank Tunnat / picture alliance / dpa

Nach einem schweren Autounfall mit zwei toten Kindern im Raum Hannover hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung gegen eine 40-Jährige erhoben. Einem 39-Jährigen wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen. Beiden wird außerdem die Teilnahme an einem verbotenen Autorennen sowie Gefährdung des Straßenverkehrs vorgeworfen. Das teilte die Anklagebehörde in Hannover mit.

Bei dem Unfall in Barsinghausen war am 25. Februar ein Zweijähriger noch am Unfallort gestorben. Sein sechs Jahre alter Bruder starb in der Nacht darauf. Die Eltern sowie zwei weitere Menschen waren schwer verletzt worden.

Das Auto der Familie wurde beim Zusammenprall durch die Luft geschleudert

Den Ermittlungen zufolge sollen sich die Beschuldigten ein Rennen mit ihren hochmotorisierten Autos geliefert haben. Dafür soll die 40-Jährige mit ihrem Wagen auf die Gegenfahrbahn ausgeschert sein, beide sollen auf weit über Tempo 100 beschleunigt haben. Mit viel zu hoher Geschwindigkeit sollen beide Autos über eine Kuppe in eine Rechtskurve gefahren sein, wo der 40-Jährigen auf der Gegenfahrbahn mehrere Autos entgegenkamen. Der Wagen der Frau geriet ins Schleudern, stieß mit dem Heck gegen die Seite eines entgegenkommenden Autos, drehte sich und rammte den Wagen der Familie mit den zwei kleinen Söhnen.

Das Auto der Familie wurde durch die Luft auf einen angrenzenden Acker geschleudert. Die Kinder wurden dabei so schwer verletzt, dass sie starben. Die Eltern der Kinder sowie der Fahrer eines weiteren Autos und die mutmaßliche Unfallverursacherin erlitten schwere Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft geht den Angaben zufolge aufgrund der Ermittlungen davon aus, dass die 40-Jährige einen Unfall mit tödlichem Ausgang für die Insassen der entgegenkommenden Autos billigend in Kauf genommen hat. Dem 39-Jährigen werde Beihilfe zum Mord vorgeworfen, weil er seinen Wagen ebenfalls weiter beschleunigt haben soll, bevor es zum Unfall kam. Damit stehe er im Verdacht, zu der gefährlichen Situation beigetragen zu haben.

Gegen die 40-Jährige wurde ein Haftbefehl erlassen. Sie wurde den Angaben zufolge am Donnerstag nach internationaler Fahndung in Polen festgenommen.

has/dpa
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