"Nationalsozialistische Offensive" Rechtsextreme Drohmails - Fahnder ermitteln Verdächtigen

Die E-Mails waren zum Teil mit "Nationalsozialistische Offensive" unterzeichnet: Nach einer bundesweiten Serie von Drohschreiben mit rechtsextremistischen Inhalten hat die Polizei einen Verdächtigen ermittelt.

Einsatz nach Bombendrohung am Lübecker Hauptbahnhof (Archiv)
DPA

Einsatz nach Bombendrohung am Lübecker Hauptbahnhof (Archiv)


In einer Serie von E-Mails mit rechten Gewaltandrohungen haben Polizei und Staatsanwaltschaft einen Tatverdächtigen ermittelt. Am Donnerstag wurde in Schleswig-Holstein deshalb eine Wohnung durchsucht, wie Polizei und Generalstaatsanwaltschaft Berlin mitteilten. Zudem wurden Beweismittel beschlagnahmt.

Der Mann wurde nicht festgenommen. Es gehe um einen "Anfangsverdacht" in einem sehr großen Ermittlungskomplex, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es gehe um die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Sie teilte weder das Alter noch die Staatsangehörigkeit des Verdächtigen mit.

Informationen des NDR zufolge soll der Mann Anfang 30 sein und die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Er soll der Polizei oder dem Verfassungsschutz bereits einschlägig bekannt sein. Laut dem ARD- Hauptstadtstudio soll es eine Kette von Indizien sein, die die Polizei zu ihm führte. Der Verdächtige soll psychisch labil sein.

Es bestehe der Verdacht, dass der Beschuldigte Verfasser verschiedener Drohschreiben an Gerichte und andere Einrichtungen wie Bahnhöfe in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg sein könnte. In der vor einem Jahr begonnenen Serie gab es auch Androhungen von Bombenanschlägen auf Gerichte. Unterzeichnet waren die Mails unter anderem mit "Nationalsozialistische Offensive".

Den Angaben zufolge sind inzwischen mehr als 200 Drohschreiben Teil des in Berlin zentral geführten Ermittlungskomplexes. Die darin gesammelten Schreiben richteten sich auch an Politiker, Anwälte, Journalisten oder den Zentralrat der Juden. Es solle nun festgestellt werden, für welche der Drohschreiben der Verdächtige verantwortlich sein könnte.

Im März wurden etwa der Hauptbahnhof Lübeck und das Finanzamt Gelsenkirchen vorsorglich geräumt. Die Hamburger Polizei sperrte kurzzeitig mehrere Straßen. Zuvor hatte es auch in Frankfurt am Main Bombendrohungen gegen das Oberlandesgericht und die Staatsanwaltschaft gegeben. Ob alle Drohungen der vergangenen Monate mit dem aktuellen Ermittlungskomplex zusammenhängen, ist unklar.

wit/AFP



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